Bei den Filmen Martin Scorsese`s bedarf es oftmals mehrere Anläufe, um ihre wahre Meisterschaft erkennen zu können. Genauso war es auch bei Casino. Ähnlich wie Goodfellas gefiel der Film mir erst beim zweiten Mal richtig gut.
Was einem bei diesem Film natürlich schon beim ersten Ansehen auffällt, ist die geniale Optik. Scorsese ist nunmal auch ein begnadeter Stilist und er hat mit Las Vegsas die ideale Spielwiese dafür gefunden. Zusammen mit seinem Kameramann Robert Richardson lässt er die Kamera wahrlich über die Casinoböden gleiten, sehr oft ohne einen einzigen Schnitt. Brillant.
Doch auch inhaltlich hat Casino einiges zu bieten.
Die Handlung ist sehr komplex und noch etwas verwirrender als bei Goodfellas. Ich glaube nicht mal in der Pate wird man mit so vielen verschiedenen Namen bombadiert.
Schauspielerisch ist das meiste wahrlich in Odrnung. Zu De Niro braucht man nun wirklich nichts mehr zu sagen. Joe Pesci ist in dieser Rolle nicht so gut wie in Goodfellas ( Meiner Meinung ähneln sie sich auch etwas zu sehr). Sharon Stone wird schon etwas überschätzt, sie ist zwar nicht schlecht aber Golden Globe und Oscarnominierung hat sie für diese Leistung glaube ich nicht verdient.
Noch erwähnen möchte ich dass Scorsese die Musik in seinen Filmen immer grandios einsetzt. Hier besonders bei der langen Exekutionswelle gegen Ende des Films, wo "The house of the rising sun" erklingt. Gänsehaut pur! Die letzten Minuten sind wahrlich sehr hart und nichts für schwache Nerven.
Oftmals wird darüber gestritten ob Goodfellas oder Casino besser ist. Meiner Meinung nach nehmen sie sich nicht viel und sind gleich gut.
Fazit: Am Film gibt es bis auf eine etwas nervige Sharon Stone und ein paar Längen nichts zu meckern.
In Sachen Inszenierung ist der Film einfach unglaublich genial und in diesem Punkt wohl Scorseses bester Film.
9/10