Review

US-Regisseur Martin Scorseses Epos „Casino“ aus dem Jahre 1995 über die Glücksspielmafia mit Starbesetzung ist längst ein Klassiker. Ich sah ihn zum ersten Mal und kann jetzt endlich mitreden.

Kein schlechter Film, bestimmt nicht, aber die schnelle, hektische Erzählweise steht meines Erachtens im Widerspruch zur Länge des Films, die mit knapp drei Stunden überdimensioniert ist. Der Film ist mir zu wenig pointiert, die ganzen Handlungsstränge sind mir zuviel des Guten. Man hätte gut daran getan, sich primär auf einen Handlungsfaden zu beschränken, beispielsweise auf den des mit allen Wassern gewaschenen Gücksspielmafiosos, den eine "Femme fatale" an den Rande des Ruins treibt, weil sie seine einzige Schwäche ist. Oder eben den des Geschäfts mit dem Glück und den ganzen Verstrickungen und Verbandelungen und den Möglichkeiten, aber auch Problemen, die diese mit sich bringen. So aber will der Film zuviel auf einmal. Mitunter stieg ich durch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen, hektisch und oberflächlich eingeführten Charakteren nicht mehr ganz durch, was bei mir aber eher Gleichgültigkeit hervorrief, statt mich zur Rückspultaste greifen zu lassen. Außerdem fehlte es mir an Identifikationsfiguren; selbst Robert De Niro in seiner Rolle war nur bedingt geeignet. Dieser spielt aber gewohnt gut und insgesamt muss ich dem Film zugute halten, dass er auf ebenso unterhaltsame wie konsequente Weise mit der großen Glücksspielillusion aufräumt.

7/10 Punkten

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