"Zwei rechnen ab" ist in jeder Hinsicht ein irreführender deutscher Titel für "Gunfight at the OK. Corral", so die Original-Bezeichnung. Kenner wissen dann natürlich sofort, dass es sich dabei um die Geschichte des legendären (und oft verklärten) Western-Helden Wyatt Earp und seines Freundes Doc Holiday handelt. "Zwei rechnen ab" ist nur eine von vielen Verfilmungen zum Thema. So richtig schlecht ist aber zum Glück keine, zumindest keine mir bekannte, geworden. Der Wahrheit am nahesten kommt dabei aber nur ein Streifen, bekannt unter dem Titel "Die fünf Geächteten", mit James Garner in der Rolle des Wyatt Earp. Den speilt in "Zwei rechnen ab" Burt Lancaster routiniert kühl aber auch recht emotionslos. Der Tuberkulose-Kranke Doc Holiday wird von Spartacus-Darsteller Kirk Douglas glaubhaft verkörpert.
Die Clanton-Bande als Gegenpart der Beiden ist eine allgegenwärtige Bedrohung. Sie haben eine andere Auffassung von Gesetz, Recht und Ordnung, sind schnell bei der Waffe und haben es auf die Earps abgesehen. Der junge Bill Clanton wird übrigens von dem damals noch relativ unbekannten Dennis Hopper gespielt, dessen Talent spätestens hier für Aufmerksamkeit sorgte. Insgesamt versprüht "Zwei rechnen ab" eine Western-typische Atmosphäre mit konstanter Spannung. An die Brillanz von "Die fünf Geächteten" kommt er jedoch nicht heran. Alternativ empfiehlt sich noch das Kevin Costner Drama "Wyatt Earp", insofern man angesichts der überproportionalen Laufzeit über einige Längen hinweg sieht.