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Eine sechsköpfige Gruppe deutscher Studenten nutzt die Semesterferien an der Ruhruni zu Bochum für einen gemeinsamen Ausflug ins Grüne zum Baden, Quatsch machen und Marshmallow-Rösten. Was kaum einer von ihnen ahnt: Rund um den stillgelegten Campingplatz am See treibt ein maskierter Schlitzer sein Unwesen. Nacheinander zieht der irre Axtmörder einen Urlauber nach dem anderen aus dem Verkehr, bis schließlich die letzte Überlebende sein schlimmes Geheimnis enttarnt.


Mit einigen Erwartungen bin ich an diese deutsche Amateur-Produktion herangegangen, die sich nach der Sichtung des Films leider nur teilweise erfüllt haben. Was man dem Werk von Frank W. Montag als äusserst positiv anrechnen muss ist die Tatsache, das er hier wirklich versucht hat, einen typischen Slasher nach den amerikanischen Vorbildern zu kreieren, weshalb man sich vielleicht auch noch besser diverse Anlehnungen an Genre-Größen erklären kann. Dies offenbart sich insbesondere in der Figur des Killers, der zwar ebenso wenig authentisch erscheint, wie eine Kuh auf dem Mond und so auch alles andere als glaubwürdig daherkommt. Und dennoch weckt er doch leise Erinnerungen an die von Tobe Hooper geschaffenen Kultfigur "Leatherface", wenn er mit laufender Kettensäge durch den Wald rennt und seine Opfer verfolgt. Und auch die restlichen Darsteller kann man durchaus wie Kopien aus US-Vorbildern ansehen, denn handelt es sich doch auch hier um Teenies, die teilweise recht gutaussehend sind und anscheinend nichts anderes als die körperlichen Gelüste im Kopf haben, denen sie auch oft genug nachgehen, bevor sie dem Killer begnen und ihr junges Leben aushauchen.

So bekommt es der Zuschauer als im Prinzip mit einer handelsüblichen und auch erwarteten Slasher-Story zu tun, deren Umsetzung allerdings doch größtenteils als unbefriedigend zu bezeichnen ist, denn bis auf recht anständige SFX, die sich für eine Amateur-Produktion durchaus sehen lassen können, versagt der Film ansonsten doch so ziemlich auf der ganzen Linie. Zu keiner Zeit kommt eine wirklich gute Atmosphäre auf, die diese Film-Art doch so besonders auszeichnet, es entwickelt sich keinerlei Dichte, geschweige denn, das man bedrohliche oder unheimliche Ansätze erkennen würde. Ebenso verhält es sich auch mit dem Spannungsbogen, der im Prinzip gar nicht vorhanden ist, so das die Geschichte im Endeffekt eher so vor sich hin plätschert und man lediglich auf das nächste Opfer wartet

Sicher darf man nicht vergessen, das dieser Film nur ein Budget von geschätzten 10.000 $ hatte, so das man das Ergebnis etwas wohlwollender begutachten sollte, doch fällt das nicht besonders leicht, da schlechtes Schauspiel, mangelnde Grundstimmung und fehlende Spannung eigentlich weniger unter das Kriterium des Geldes fallen dürfte, wie es schon oft genug in anderen Vertretern dieser Sparte eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Viel eher kann hier der Eindruck entstehen, das deutsche Regisseure bis auf ganz wenige Ausnahmen einfach nicht dazu in der Lage sind, anständige Horror-Filme in Szene zu setzen, was auch die Einöde der deutschen Horror-Landschaft erklären würde und das, obwohl Deutschlang gerade in der Anfangszeit der Horror-Filme eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat, was Filme wie "Der Golem" oder Nosferatu" eindrucksvoll gezeigt haben.

Letztendlich reiht sich "Slasher" so in die breite Masse der Filme ein, die man sich durchaus einmal anschauen kann, die aber keinerlei nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Vielmehr wirkt das Werk wie "gewollt und nicht gekonnt", was nicht gerade ein Gütesiegel ist. Logiklöcher ohne Ende und vollkommen unlogische Verhaltensweisen der Protagonisten verleihen dem Ganzen zusätzlich noch eine unfreiwillig komische Note, so das die angedachte Ernsthaftigkeit der Geschichte zu keiner Zeit in den Vordergrund rücken kann.


Fazit:

"Slasher" ist einer der Filme, der durchaus Hoffnungen und Begehrlichkeiten beim Betrachter wecken kann, diese aber im Endeffekt maximal ansatzweise auch erfüllt. Ganz sicher gibt es etliche deutsche Amateur-Produktionen, die noch viel schlechter geraten sind, aber zu den Highlights ist dieser Film ganz definitiv nicht zu zählen, da es schon an den grundlegendsten Dingen wie Spannung und Atmosphäre erheblich mangelt.


3/10

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