"'til there was you" ist eine seltene Leistung, eine Komödie ohne einen einzigen Lacher.
Mit seltener Präzision kommt hier all das zusammen, was einfach nicht passen will und dennoch hier hineingepfercht wurde. Das Ergebnis ist ein Film, der mich weder berührt noch anspricht und der es bis zur letzten Sekunde verschweigt, uns mitzuteilen, was er eigentlich will.
Also löse ich das mal für alle, die sich dennoch dran versuchen: hier geht es um Vorbestimmung! Zwei Personen, die seit Anbeginn der Zeit füreinander geschaffen sind und sich erst finden müssen. Im Falle von "Schlaflos in Seattle" war das ein Bombenplot und auch hier treffen sich die Charaktere erst in der Schlußszene, doch Hanks und Ryan haben sich immerhin den halben Film gesucht, hier wissen beide Charaktere nicht, wen sie eigentlich suchen.
Ergo beobachten wir also zwei Singles dabei, wie sie sich durchs Leben strampeln, versuchen mit der Liebe und ihren Enttäuschungen fertig zu werden und sich gegenseitig immer um ein paar entscheidende Augenblicke zu verpassen. Nur leider ist das alles in diesem Fall nicht im mindesten interessant.
Denn es gibt keine Zuspitzung, auf die hier alles zuläuft, stattdessen plätschert alles vor sich hin, bis sie sich mal zufällig begegnen. Dolle Show!
Leider sind schon die Figuren unbrauchbar und ihre Besetzungen noch fürchterlicher. Dylan McDermott schaut zwar gut aus, doch seine Rolle als halbgarer aufstrebender Architekt, der eine Liebesaffäre mit einem Ex-Kinderstar hat und halb um eine alte Wohnanlage kämpft wirkt wie eine Schablone ohne Gefühl und Tiefe. Überaus gedankenvoll und grüblerisch noch dazu.
Noch schlimmer trifft es die Ghostwriterin Gwen, die für eben jenen Ex-Kinderstar eine Biographie schreiben soll, in der entsprechenden Wohnanlage wohnt, mit einem zuständigen Stadtrat anbändelt und sonst mit ihren Wunschvorstellungen von der Liebe die arge Not hat, wenn sie nicht gerade grimassierend schreckhaft durch die Gegend taumelt.
Die Vorstellung von einem Lacher in dieser Produktion besteht darin, Jeanne Tripplehorn in einem abstrakten Restaurant immer wieder stolpern oder gegen Ausstattungsgegenstände rennen zu lassen, ansonsten grimassieren alle wie wild vor sich hin, während die Handlung so dahinzieht.
Garniert ist das alles mit reichlich Nebenfiguren, die ein paarmal durchs Bild huschen, aber sonst nichts zum Film beitragen. Jennifer Aniston hat eine rätselhafte Nebenrolle als Tripplehorns Freundin, während diverse Dates und Lovers und seltsame Mitbewohner der Wohnanlage vor unseren Augen vorbeiziehen. Die gute Sache, für die alle streiten, ist zwar die Rettung der Wohnungen, doch das wird zum Schluß tatsächlich einfach fallengelassen, weil unsere beiden sich ja gefunden haben, bei einer Rauchpause bei den Anoymen Nikotinsüchtigen. Klingt romantisch, gell? Und so banal und zufällig entwickelt sich der Film in alle Richtungen, erzählerisch nicht mehr als ein luftiger Hauch, der sich bald im Nichts verliert, angereichert mit ein paar entsetzlich gezogenen Szenen, etwa wenn Alice Drummond als halbsenile Nachbarin völlig Unzusammenhängendes vor sich hin stammelt und die Kamera minutenlang drauf bleibt. Immerhin hat Sarah Jessica Parker als Ex-Kinderstar ein, zwei gute Szenen, die aber in der allgegenwärtigen Banalität ersaufen.
Fazit ist, die Leute hier haben alle ein Problem. Oder mehrere. Auf jeden Fall wurde das hier mal erwähnt. Was für ein Problem das ist, ist nebensächlich. Ehrlich gesagt, interessiert sich das Drehbuch da nicht so für. Die Regie auch nicht. Ist eh alles scheißegal, weil sich ja am Ende zwei gefunden haben, während sie gepflegt eine Kippe durchziehen wollten. Wie übrigens so viele in diesem Film, der offenbar eine Lanze für das Rauchen in Hollywoodfilmen brechen wollte. Aber weil nur das Ergebnis zählt, kann uns der Film auch scheißegal sein.
Bleibt nur die Frage: Wer gibt eigentlich für so einen ziellos langweiligen Müll 23 Millionen her? Und was wurde ihm danach erzählt, als nur 3,5 davon wieder eingespielt wurden? (2/10)