Was um alles in der Welt treibt uns ständig dazu, sich diese minderwertigen Teenie-Slasher reinzutun?
Es ist doch erstaunlich, dass dieses „Zehn-Negerlein-Prinzip“ auch mit Beitrag 1322 noch sein Publikum findet, welches primär auf Mitfiebern in Form von spannenden Konfrontationen, einfallsreichen Morden und wenig zurückhaltender Darstellung von Gewalt aus ist.
Leider, so muss man in diesem Fall zeitig erkennen, stimmen die Zutaten überhaupt nicht, „Voodoo Lagoon“ ist ein uninspiriert zusammengeschustertes Machwerk ohne Nährfaktor.
Was geschieht hier?
Acht Jugendliche werden auf einer abgelegenen Tropeninsel von einem Voodoomeister reihum dezimiert.
Dieser Slasher gehört zur Kategorie „Mitfiebern ausgeschlossen“, da weder die Figuren charakterisiert werden, noch der Fieserich eine sonderlich bedrohlich wirkende Ausstrahlung besitzt. Im Gegenteil, dadurch dass der Voodoodödel bereits vor den Opening Credits seine Maske fallen lässt, weiß man sogleich, von wem die Gefahr ausgeht.
So muss man während der ersten Minuten einer typischen „Teens feiern Party“ – Einführung beiwohnen, - acht jungen Menschen, direkt aus dem letzen Modekatalog – vor dessen schauspielerischem Talent man sich ausnahmslos nicht verneigen muss.
Das Geschehen erweckt erst Interesse, als das erste Opfer, eine töffelige Blondine, in die Gewalt des Voodoomackers gerät, während die übrigen alsbald ihr Verschwinden registrieren und im Dschungel nach ihr suchen.
Nach und nach wird dann der/die nächste eingesackt, damit diverse „Saw/Hostel“ - Foltermethoden vollzogen werden können.
Nach welchen Kriterien? Der Übeltäter belauschte die Gruppe beim Flaschendrehen am Strand, wo jeder über seine größte Angst plauderte.
Prompt kann der Voodoohorst mit allerlei Spinnen, Ratten und einem „Du wirst in einem Bottich mit Sand begraben werden“ - Szenario aufwarten.
Zumindest in diesem Punkt scheitert der Streifen nicht gänzlich, da immerhin etwas Blut fließt, auch wenn die Folterszenen insgesamt nicht allzu explizit ausfallen. Da bekommt einer die Augen ausgebrannt (nur im Profil und im Halbdunkeln), es gibt ein paar Rattenbisse und Nägel im Genitalbereich (mit Jeans drüber).
Allzu phantasievoll gestalten sich diese Killerszenen nicht, eine Form von Mitleid bleibt ohnedies vollkommen aus.
Der Voodooknabe verfügt außerdem über die Gabe, die Jugendlichen telepathisch zu beeinflussen und sie gegeneinander aufzuhetzen.
Spannend gestaltet sich aber auch dies nicht, da man sich kaum einen Vornamen der Typen merken kann, so sehr gehen einem die Leute am Pöter vorbei.
Ja, selbst die Heldin, die erst gegen Mitte ausgemacht wird, agiert völlig unauffällig und weiß erst gegen Finale im Mittelpunkt zu stehen.
Da versucht man schließlich noch mit einem müden Plot Twist zu landen, welcher sich vorzeitig erahnen lässt, dazu gibt es als rituellen Höhepunkt die Opferung einer Jungfrau mit Einmischung guter Geister.
Selbst während der letzten Minuten kommt kaum Tempo auf, die finale Konfrontation fällt entsprechend lasch und unspektakulär aus.
Dies ist wiederum bezeichnend für den kompletten Streifen, in dem über die knappe Laufzeit von rund 80 Minuten einfach zu wenig geschieht.
Leute latschen durch den Dschungel, entdecken Anzeichen von Voodooanwendungen, während andere Stimmen hören und sich gegenseitig misstrauen. Ferner mischt eine ominöse Voodoofrau mit, von der man bis Ende kaum weiß, auf welcher Seite sie steht. Dazu zeigt man in zahlreichen Zwischenschnitten altbackene Ritualhandlungen und bringt furchtbar dämliche Dialoge der Figuren. Etwa, nachdem einer aus der Gruppe einen tödlichen Pfeilschuss abbekommt und eine meint „Also, ich kriege jetzt echt Angst“, was die abartige Synchro natürlich noch verschlimmert.
Schließlich steht am Ende ein Slasher, bei dem man wirklich Mühe hat, dem Geschehen geistig über die volle Distanz zu folgen.
Da kommt zu keiner Zeit Atmosphäre auf, die Figuren erwecken von vornherein kein Interesse und selbst die kurzen Gewaltdarstellungen sind nur müde Plagiate bekannter Folterfilmnachzügler.
Bleibt also ein überaus lahmes, vergessenswertes Ding, das weder für Slasherfreunde, noch für Voodooanhänger irgendwelche Schauwerte bietet.
2,5 von 10