Was macht ein Mann, dem von seiner Ex-Frau die Pistole auf die Brust gesetzt wird ? -
Er sucht sich einen Job, ist doch klar !
Eigentlich hat Larry Daley (Ben Stiller) schon einen Job, doch waren seine bisherigen Erfindungen nicht von Erfolg gekrönt, so daß schon wieder ein Umzug ansteht in den scheinbar nicht angesagten New Yorker Stadtteil Queens. Jedenfalls droht seine Ex mit dem Entzug des Besuchsrechts seines Sohnes und da nimmt Larry natürlich jedes Arbeitsangebot an - und sei es als Nachtwächter im National History Museum.
Schon die ersten Szenen in der schicken Wohnung von Larrys Ex-Frau, die sie mit ihrem neuen Mann, einem erfolgreichen Broker, teilt, zeigen, daß "Nachts im Museum" einerseits recht harmlose Unterhaltung für die ganze Familie bieten will, andererseits idiotische Polarisierungen oder Überzeichnungen vermeidet.
Trotz der leicht lächerlichen Attitüde des neuen "Broker-Mannes" mit Handys am Gürtel, wird weder er noch Larrys Ex besonders negativ dargestellt. Im Gegenteil, ihr Wunsch nach ein bißchen Ordnung in Larrys Leben wirkt angemessen und auch Ben Stiller vermeidet jegliches Over-Acting und spielt nicht den totalen Ober-Loser, sondern eher einen leicht chaotischen Typen, der versucht seinem Sohn ein guter Vater zu sein...
Die Vater-Sohn Komponente ist natürlich der Aufhänger für den zur Weihnachtszeit erschienenen Familienfilm, ebenso die leicht schulmeisterliche Idee, daß Ganze im historischen Museum spielen zu lassen, aber erfreulicher weise tritt beides in den Hintergrund - hier geht es schlicht und einfach um das Geschehen "Nachts im Museum" ,dabei wird in drei Nächten so manches Leben umgekrempelt.
Die Story als solche ist von einfachster Machart und auch die Probleme, mit denen sich Larry des Nachts im Museum herum schlägt, sind in ihrer Ausgestaltung bis zum Showdown schon hundertmal in sämtlichen Varianten durchgekaut worden. Womit der Film aber punkten kann sind die Schauspieler und die Trickeffekte.
Dabei werden von Robin Williams, Owen Wilson, Steve Coogan ,Altmeister Mickey Rooney (1.Film 1932) und vielen Anderen gar keine besonderen Charakterdarstellungen verlangt, aber ihnen ist anzumerken, wieviel Spaß sie an der Sache hatten. Zusammen mit den animierten Figuren ergibt das ein feucht-fröhliches Panoptikum, daß Larry jede Nacht die Arbeit schwer macht und sich auch nicht durch generalstabmäßige Regeln oder Planungen vom Hang zum Chaos abbringen läßt...
Fazit : Viel mehr Worte braucht man zu diesem kleinen Film nicht verlieren, der nur gut und familiengerecht unterhalten will und dem das erstaunlich gut gelingt. Vor allem dadurch, daß er bestimmte Fehler vermeidet : keine übertrieben agierenden Möchte-gern Witzbolde, keine kitsch- und tränenüberflutende Familiengeschichte, keine besondere Symbolik oder patriotisches Gelaber - das ist keineswegs selbstverständlich, besonders bei einem so geschichtsträchtigen Ort.
Man muß "Nachts im Museum" nicht gesehen haben, aber vergeudete Zeit ist es auch nicht, denn ein Film in dem Larry zu den Südstaatlern sagt : "Ihr habt zwar den Krieg gegen die Nordstaaten verloren, aber dafür habt ihr ja die Allman Brothers" kann so schlecht nicht sein (6,5/10).