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Selten traf der Begriff "Hassliebe" den Nagel so auf den Kopf: Roman Polanski dringt hier ganz tief in die menschliche Psyche ein und zeigt auf, wie aus etwas anfänglich Schönem und Unschudigen Schritt für Schritt etwas ganz Hässliches werden kann. Dabei setzt er auf riesige Rückblenden und seine wunderschöne Ehefrau Emmanuelle Seigner. Zwar wird kurz auch mit dem Reiz des Verpönten gespielt, weil Sadomaso-Sessions angedeutet werden, doch das sind nur harmlose Vorboten der echten (seelischen) Qualen, die sich die beiden Hauptfiguren in ihrer On-Off-Beziehung gegenseitig zufügen. Es ist ein starkes Drama mit einem faszinierenden Wechselspiel aus Macht und Abhängigkeit. In diesem Psychokrieg wechseln Täter und Opfer ihre Rollen glaubhaft. Und es zeigt sich auch, dass Gleichgültigkeit und kalte Abweisung schlimmer sein können als offen formulierte Wut.

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