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Im vagen Zusammenhang mit dem titelgebenden amerikanischen Kinderspiel, welches auch in “Stirb langsam 3" Verwendung findet, werden einmal mehr Klischeetypen von einem Psycho im Wald um die Ecke befördert.
Was dem Ganzen allerdings völlig fehlt, sind, bis auf ein paar originelle Splattereinlagen, überaschende Momente, die diesen Slasher ansatzweise über Durchschnitt heben.

Zumal sich dieser Durchschnitt dem wenig originellen Schema der absolut austauschbaren Story anschließt: Fünf Teens wollen campen, während ein Psycho - ein schizophren veranlagter Zwillingsbruder, der einst seine Eltern umbrachte - diesen Spaß zu durchkreuzen versucht.
Wer hierbei Innovationen erwartet, kann sich allenfalls an ein paar blutigen Szenen erfreuen.

Denn leider lässt man sich übermäßig viel Zeit, um mit dem Abschlachten loszulegen, stellt uninteressante Stereotypen wie Heldin, die Prüde, die Nymphe, den Muskelprotz und den Drogentypen vor, die - natürlich -in einem bunt bemalten VW-Bus unterwegs sind und sich mit belanglosen Alltäglichkeiten wie Sex und Drogen beschäftigen.
Und während zwei Rednecks bei der Ankunft der fünf noch einigermaßen mit überspitzten Eigenschaften punkten, weiß die Erscheinung des Killers von Beginn an nicht zu überzeugen.
Der stellt sich in einem heruntergekommenen Laden als Wolf im Schafspelz dar, aber so auffällig und von Crispin Glover dermaßen überzogen verkörpert, dass unsere potenziellen Opfer mal wieder nichts von der gehirnverweichten Laberei des Psychos mitbekommen und im Verlauf entsprechend saublöd und irrational handeln.

Und während man bis knapp Hälfte der Laufzeit das Geschehen mit Dönern im Wald, Joints drehen, tollen am Fluss und durch den Wald joggen verplempert, ist die Stimmung zwar locker, aber man wartet doch bereits ungeduldig auf den blutigen Einsatz des Killers.

Als kleiner Pluspunkt zeichnen sich dessen Taten letztlich aber doch aus, denn diverse Fallen mit Spitzhacken an Seilen und witzigen Zielvorrichtungen mit zahlreich durch den Wald fliegenden Waffen erweisen sich als recht pfiffig.
So werden Leute einfach mal zerschreddert, es werden Finger abgehackt, Leichen baumeln hier und dort, Axt und Hacke schlagen mehrfach zu und es spritzt ordentlich Blut und Gedärm, - allerdings auch nicht im Übermaß, denn im Bereich vom herben Fun-Splatter ist man hier noch nicht angelangt.

Derweil mangelt es jedoch an wesentlichen Zutaten, um durchweg bei Laune gehalten zu werden. Die Figuren sind einem egal, weil selbst die Heldin auf das naive Getue des Psychos hereinfällt, der angestrebte Dialogwitz verpufft häufig in einem sich ständig wiederholenden “Du hast nicht ´Simon sagt´ gesagt“ und nimmt Tempo raus. Das Finale zieht sich zu Beginn ein wenig, um dann witzlos und ohne Pepp in einem zu erwartenden Gag zu münden.

Das alles zusammen erscheint zwar nicht wirklich öde, aber zu einem gelungenen Slasher, der sich vor allem von der breiten Masse abhebt, gehört noch ein ganzes Stück mehr.
“Severance” hat vor nicht allzu langer Zeit gezeigt, wie man die entsprechenden Zutaten ansprechend vermengt, - im Gegensatz dazu haben wir hier nur einen austauschbaren “Killer jagt strunzige Austauschgesichter durch den Wald”.
Er wäre auf alle Fälle besser, wenn Simon nicht so viel sagen würde...
5 von 10

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