Review

Erinnerte mich stark an *Cabin Fever*, nur ohne Hütte. Oder an viele andere.
An *Saw* allerdings überhaupt nicht.

In diesem Film fahren also 5 Charaktere ohne Charakter in den finsteren Wald um hier... weiß der Geier. Der eine qualmt sogar beim Tauchen, der andere hackt Holz, die eine joggt, die andere wartet und die heiße Blonde will fummeln; das Ganze hätten alle auch woanders machen können.

Egal, ist ja auch nicht so wichtig. Jedenfalls wird dann endlich mit dem Verhackstücken begonnen, es beginnt mit einer Person und endet bei der Letzten, insofern bleibt der Film konsequent logisch. Als Überraschung tummelt sich aber noch mehr Frischfleisch im Wald umher, welches von dem namengebenden Simon zerspitzhackstückt werden kann. Um richtig effektiv dabei vor zu gehen, hat er (der Simon) sich ganz ulkige (nicht lustige oder witzige; nein: ulkige) Maschinen ausgedacht, um seine Spitzhackensammlung querfeldein durch die Gegend wirbeln zu lassen.
Sehr viel Aufwand um nichts, wie sich bald herausstellt; man merkt sehr schnell, das die manuellen Tätigkeiten doch wesentlich ergiebiger sind.

Irgendwann ist er (der Simon) dann fast fertig mit seiner Arbeit, bis es dann zum Ende zu einer Art "Showdown" kommt. Natürlich gibt es ein Happyend; bzw. dann doch nicht. Und weil die Verantwortlichen noch eine Idee (geklaut) hatten, wurde sogar noch ein zweites Ende hinten dran gehängt, damit sich der Film noch mehr dem "Cabin Fever" ähnelt.
Das hätte man aber auch als "Extra" auf die DVD tun können. Oder in den Mülleimer.
Oder als Anfang für den zweiten Teil??
Um Himmels Willen, bitte nicht!

Interessant ist dabei, das sich akribisch an die richtigen und wichtigen Zutaten gehalten wurde, damit die Splatter-Torte auch wirklich gut gelingt.
Das Rezept für eine gewöhnliche "Käse-Splatter"-Torte aus dem Lehrbuch für Hobby-Filmbäcker "Dumpf backen leicht gemacht":

Für den To(r)tenboden wird benötigt:
1 Paket Muskelmacho mit 2 großen Eiern und 65 kg mageren Bio-Kiffer schön verkneten.
Die folgenden Zutaten mit einem scharfen Hackebeil zerkleinern und beimengen:
1 Person Vernuftsweib
1 Spritzer Blondvamp (empfohlene Marke "Gut Dumfigg")
1 Prise Liebkind (Marke "Pruedée"), auch OK: 1 Schuß "Klosterfrau Melissengeist"
1 Päckchen Gras
4 beiniges Hündchen
1-2 Psychopathenkiller für das bessere Aroma
1-73 Bund Eingeweide vom Metzger
8 Säcke Leichen
Nach belieben mit etwas Kanonenfutter abschmecken und gut verrühren.

Für die (Er)Füllung:
1 abgeriebene Story
1 trostloses Waldgebiet
1 schummerigen Friedhof
1 große Schwade Nebel
1 rostigen Truck (mind. 80 Jahre gereift)
1 kuriosen Laden aus Holz
1 Prise Knochenmehl am Stück
Unter Zugabe von Dunkelheit und Lichteffekten verquirlen, bis ein käsiger Brei entstanden ist.

Für die Glasur wird benötigt:
1.827 Liter Kunstblut
etwas Quarkcreme oder Schmalz (z.B. Liebeskummer etc.)
1 Fummel-Ei
2 pralle Möpse (mögl. silikonfrei)
6 Szenen nach belieben (je nachdem, wie scharf man es mag)
1 Blatt rote Guillotine (Alternativ: Spitzhackenweitwurfgerümpel oder ähnliches)
Das Ganze mit ordentlich Schocker süßen und über den fertigen Kuchen triefen lassen, zur Dekoration mit Klischee überstreuen.

Fertig ist das Gebäck.

Simon sagt: "Ui, das ist aber lecker"
Ich sage: Schade, viel zu Fade.

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