Review

So ist der David Arquette also drauf, gibt vor Jahren noch den tollpatschigen Dewey in „Scream“ und jetzt bastelt er sich seinen eigenen Slasher.
Sogar mit politsatirischen Einflüssen, denn wann gab es schon einmal einen Killer mit Ronald Reagan - Maske, der Jagd auf Hippies macht?
Gelungene Ansätze bietet sein Regiedebüt allemal, auch wenn man sich bisweilen etwas zu ausgiebig mit Drogenkonsum befasst.

Andererseits: Dafür sind Hippies schließlich bekannt. Koks, Speed, Hasch und primär LSD, - man spricht nicht nur darüber, man nimmt es auch in rauen Mengen.
Vor allem die sechs Figuren, die mit ihrem alten Van soeben auf dem Weg zu einem Hippie-Festival am Redwood Mountain sind. Ist denen doch egal, ob die ortsansässigen Landeier um Muff (Arquette) Ärger anzetteln, Sheriff Buzz Hall (Thomas Jane) mit Sicherheitsvorkehrungen im Wald völlig überfordert ist und ein alter Kauz sogar Bäume fällt, um ihnen den Weg zu versperren.
Nur, als ein axtschwingender Killer das Festival um einige Besucher dezimiert, macht sich Unruhe breit.

Zumindest bei Heldin Sam (Jaime King), die schon deshalb eine ist, weil sie kaum zu Drogen greift und zudem ein Problem mit ihrem Ex, einen überaus eifersüchtigen Yuppie hat, der ihr möglicherweise auf den Versen ist.
Bis das Gemetzel jedoch in vollen Zügen einsetzt, vergehen doch satte 50 Minuten, die nicht immer unterhaltsam ausfallen.
Die Freaks rund um Sam haben außer Drogen nichts anderes im Kopf und das in doppelter Hinsicht. Einzig ihr Freund Ivan zupft und singt ihr ein niedliches Ständchen, während man bei den Festivalvorbereitungen dem leicht tuckigen Veranstalter, dem Bürgermeister und den beiden Cops beiwohnt.
Herrlich ist in diesem Zusammenhang aber ein nacktes Paar, das wie selbstverständlich durch den Wald schlendert, um Pilze zu sammeln. Auch ein uralter Zausel, den man sich wie Petrus als Landstreicher vorstellen mag, gibt der Gruppe noch ein paar Worte mit auf den Weg und verursacht dabei mindestens ein Schmunzeln.

Mit politischen Seitenhieben hält sich Arquette jedoch unerwartet stark zurück. Da werden Reagan und Bush fast in einem Atemzug genannt, wenn ein Meinungsaustausch unter Hippies stattfindet oder erzkonservative Amis zustimmend bei einer Bush Rede nicken.
Zu Beginn bringt man zwar noch ein paar Collagen anno 1967, als Reagan gerade Gouverneur von Kalifornien wurde, aber so richtig treffsicher geraten spätere Einbindungen politischer Spitzen nicht. Nur der Ausruf eines potentiellen Opfers („Aber ich bin doch Republikaner“) erheitert.
Treffsicher ist dabei einzig die Grundidee: Killer in dunkelblauem Anzug mit Präsidenten-Maske jagt Flower-Power-Drogen-Figuren in Batikgewändern.

Und das geht besonders im letzten Drittel herzhaft zur Sache. Da wird die Axt geschwungen, auf dass eine Hand abgehackt wird, eingestochen und Innereien herausgenommen, bis sich der Fieserich gar in die Masse traut und ein kleines, aber effektvoll in Szene gesetztes Massaker anrichtet. Zudem werden auch noch die blutrünstigen Hunde des Killers auf die Festivalbesucher losgelassen.
Der finale Showdown, mit den erahnbar übrig gebliebenen Figuren, bringt dann immerhin noch ein paar völlig überzogene Handlungen, was aber in äußerst ansprechende Mondscheineffekte eingebettet wurde.

Visuell ist das ohnehin recht ordentlich verpackt, vor allem diverse Sichtweisen unter Drogeneinfluss weisen zahlreiche Spielereien mit Schnitttechnik, Überblendungen und Hinzufügen verschiedener, fließender Muster auf.
Nur geschieht dies eben auf der Basis inhaltlicher Eintönigkeit, da es, abgesehen vom Erscheinen des Killers, nahezu ausschließlich um Drogen geht, was sich auf Dauer reichlich abnutzt und kaum Erheiterung zutage fördert.

Dennoch steht am Ende ein Slasher mit ungewöhnlichem Sujet, brauchbaren Darstellern (Courtney Cox liefert hier lediglich einen Sekundenauftritt) und teilweise derben Gewaltszenen.
Und wenn im Verlauf die Politsatire nicht immer überzeugen will, so bleibt zumindest das mir unbekannte Reagan Zitat als erste Einstellung längere Zeit hängen:
„Ein Hippie ist jemand, der wie Tarzan aussieht, wie Jane läuft und wie Cheetah riecht“.
7 von 10

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