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Zar Alexander II. trifft bei der Besichtigung eines Stifts für adlige Mädchen auf die junge Jekaterina Dolgorukowa und ist von ihrer unkonventionellen Art fasziniert. Es dauert nicht lange, bis er sich in sie verliebt, sehr zum Unmut seiner Gattin und der Minister.


Alexander II. Nikolajewitsch war von 1855 bis 1881 Zar von Russland aus dem Haus Romanow-Holstein-Gottorp. Wegen seiner „Großen Reformen“ und der Abschaffung der Leibeigenschaft während seiner Regierungszeit trug er den Beinamen „Zar-Befreier“. Dennoch wurden immer wieder Anschläge auf ihn verübt, der letzte, ein doppeltes Bombenattentat, tötete ihn im Jahr 1881.

Der Film nimmt einige reale Ereignisse und auch Namen, z. B. von den Attentätern, stellt aber keine echte Biografie dar, denn er konzentriert sich auf die Liebesgeschichte zwischen Alexander und Katja (Jekaterina) und nimmt es mit der zeitlichen Abfolge ziemlich ungenau. Hier wird alles auf wenige Jahre komprimiert, die grundlegenden Ereignisse passen aber.

Romy Schneider ist als Katja wunderschön und hinreißend und es wundert mich kein bisschen, dass die Welt sie so liebte und noch immer liebt. Sie spielt die Katja mit großer Leichtigkeit und Bravour, so charmant, dass ma sich sofort verlieben könnte. Keineswegs schlechter spielt Curd Jürgens als Zar Alexander II. Zum Zeitpunkt des Drehs war Schneider 21 Jahre alt und Jürgens 44 Jahre, was zum Altersunterschied der realen Vorbilder aber passt.

Technisch ist das für die 50er Jahre einwandfrei. Kostüme, Ausstattung und Sets sind schlicht opulent. Die Kleider der vielen Hofdamen und Prinzessinnen sind eine Wucht. Da wurde sichtbar ein enormer Aufwand betrieben, der sich echt gelohnt hat.


Ein angenehm kurzer, opulenter Kostümfilm im Fahrwasser der Sissi-Trilogie, der sich aber nicht verstecken braucht. Wunderschön, fein gespielt, ganz hervorragend.

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