Nach dem Tod ihres Ehemannes verschlägt es Karen Tunny und ihre beiden Töchter Sarah und Emma nach Pennsylvania in das abgelegene Bergnest Addytown, wo man ein im Familienbesitz befindliches, heruntergekommenes Bergarbeiter-Haus bezieht. Verstopfte Leitungen und Ungeziefer-Befall sind allerdings nicht das Schlimmste, womit sich die Tunnys nun auseinandersetzen müssen: Von ein paar einheimischen Teenagern erfährt Sarah von jenen Kindern, die 1913 bei der Sprengung einer unweit des neuen Heims befindlichen Mine ums Leben kamen und die seitdem als blutgierige "Zombies" durch die umliegenden Wälder geistern sollen. Alles Blödsinn? Mitnichten! Die "Zombies" sind real und haben es auch bald schon auf Karen und ihre Töchter abgesehen. Zusammen mit dem merkwürdigen Einsiedler Aaron Hanks versucht man sich die untoten Bälger vom Hals zu halten... Auch wenn seine Drehbücher für höher budgetierte Hollywood-Produktionen wie "Der Pakt - The Covenant" oder das "Prom Night"-Remake nun nicht gerade das Gelbe vom Ein waren, so ist J.S. Cardone als Regisseur doch immer noch für das eine oder andere solide inszenierte B-Movie gut gewesen... und sein "Zombies" ist ihm dann auch wieder etwas besser geraten als das hipp gestylte "Near Dark"-Derivat "The Forsaken - Die Nacht ist gierig" und schafft es sogar, dem Lebende-Tote-Sujet alleine durch den Umstand, dass dieses Mal kleine Kinder die Titel-Monster mimen dürfen, eine recht originelle und verstörende Variante abzuringen. In ein paar drastischen Szenen dürfen sich dann höchstens Zehnjährige mit Spitzhacken und Schaufeln über den Erwachsenen-Cast hermachen und auch wenn Cardone in diesen Momenten nicht gänzlich ins Detail geht, so reicht es doch allemal aus, um den Streifen ein wenig aus der breiten Mainstream-Masse herauszuheben. Von dieser Warte aus betrachtet knüpft "Zombies" also fast nahtlos an ähnlich schockierende Vertreter des Mordende-Kinder-Subgenres wie "Tödliche Befehle aus dem All" und "Mikey" an... nur leider ohne dabei auch tatsächlich deren Qualität zu erreichen. Das nach einer Story-Vorlage aus der Feder von Boaz Davidson (ebenfalls Produzent) verfasste Drehbuch orientiert sich dafür doch zu sehr an altbekannten Schemata, was zur Folge hat, dass die Handlung zwar fehler- und schnörkellos vorangetrieben wird, echte Überraschungen jedoch außen vor bleiben. Wenn man der Geschichte schon einen reinweg phantastischen Background hinzuaddiert, hätte man ruhig ein wenig sorgfältiger vorgehen und diesen auch ein wenig mehr ausformulieren können, denn irgendwelche Erklärungen für die mörderischen Umtriebe der untoten Kinder werden nicht geliefert. Weniger unterhaltsam ist "Zombies" deswegen allerdings nicht geraten und visuell erhält der Film durch die spärliche Ausleuchtung und die erdige Fotografie ein ganz eigenes, düsteres Profil... ob einem der harsche Look, der dafür sorgt, dass die Schwarzflächen auch tatsächlich pechschwarz sind und keinerlei Zeichnung mehr beinhalten, jedoch zusagt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Die Gore-Effekte in den Fress-Happenings sind okay und auch sonst wird freigiebig mit dem Kunstblut rumgespritzt, obwohl so mancher hier doch tatsächlich im Off stirbt. Wirkungsvoller sind hingegen die durchaus gruseligen Momente, in denen die Zombie-Kids mit ihren blass geschminkten Gesichtern und den ausdruckslosen, toten Augen in Massen auflaufen und ihre Opfer stalken. Folglich ist "Zombies" dann auch gerade in jenen Szenen am stärksten, in denen er atmosphärisch an artverwandte Streifen wie "Das Dorf der Verdammten" oder "Kinder des Zorns" anknüpft, was insbesondere in der zweiten Hälfte doch häufiger der Fall ist. Durch die Herausstellung besonders blutiger Motive auf der Rückseite des DVD-Covers könnte im Verbund mit dem generisch-einfallslosen Titel beim Betrachter allerdings eventuell eine falsche Erwartungshaltung erzeugt werden, denn so ganz nach klassischen Untoten-Mustern à la Romero oder Fulci ist der Film nämlich keinesfalls gestrickt. Dennoch: Alles in allem annehmbar und keinesfalls ärgerlich... aber leider wohl auch einfach ein paar Jahre zu früh dran gewesen, um so richtig von dem durch Streifen wie "Teufelskind - Joshua", "The Children", "Orphan - Das Waisenkind" oder "Case 39" initiierten Creepy-Kids-Revival zu profitieren.
6/10