“Penny Dreadful” meint so viel wie “Groschenroman” und ähnlich belanglos präsentiert sich auch die Handlung dieses 2006 erschienenen Horrorfilms irgendwo zwischen Slasher und Backwood-Terror: Die traumatisierte, unter Angst vor Autofahrten leidende Penny (Rachel Miner) ist mit ihrer Therapeutin (Mimi Rogers) unterwegs in die einsame Natur. Jedoch nimmt man dummerweise einen Anhalter mit, der sich als sadistischer Psychopath entpuppt, die Therapeutin killt und die im Auto zwischen Bäumen eingeklemmte Penny terrorisiert.
US-Regisseur Richard Brandes holt aus dem recht schwachen Drehbuch aber das Beste heraus und kann sich auf durchaus talentierte Darsteller verlassen und sogar Gimmicks wie einen Kurzauftritt Michael Berrymans („The Hills Have Eyes“) auf der Habenseite verbuchen. Die Klaustrophobie der Situation, in der sich Penny befindet, wird überaus stimmig eingefangen, zerrt an den Nerven und lädt ein zu Gedankenspielchen à la „was wäre, wenn ich mich in ihrer Lage befände“. Für ein gewisses Spannungslevel ist also gesorgt, das aber natürlich zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Neugierde resultiert, mehr über den mit einer tief ins Gesicht gezogenen schwarzen Kapuze bekleideten Täter zu erfahren, dessen Identität und Motiv bis zum Schluss im Dunkeln bleiben. Doch so ausdrucksstark auch die Bilder des Finales sein mögen, befriedigende Antworten hat das Drehbuch – wie so oft - nicht parat, gewitzte Plottwists oder Aha-Effekte bleiben aus. Das ist symptomatisch für den ganzen Film, der visuell eindrucksvoll erscheint, aufgrund seiner Ideenlosigkeit aber große Probleme hat, seine Geschichte auf Laufzeit zu bringen und sich deshalb um relativ sinnfreie Nebenhandlungen bemüht. Immerhin treiben diese den Bodycount etwas in die Höhe, während spektakuläre Spezialeffekte nun aber auch nicht zu den Stärken des Films gehören.
Unterm Strich bleibt ein recht zwiespältiger Eindruck nach aber im Grunde genommen rund eineinhalb Stunden langer, solider, atmosphärischer Horrorkost.