Stieg der argentinisch-stämmige Ausnahmespieler Santiago Munez (Kuno Becker) im ersten Teil von „Goal!" vom kickenden Nobody zu einem der beliebtesten Spieler von Newcastle United auf, so rufen nun im zweiten Teil „die Galaktischen" von Real Madrid nach seiner Unterstützung. Und war der erste Teil eine klassische und deswegen sympathische Aufstiegsgeschichte vom Looser zum gemachten Mann, ist der qualitative Sprung im zweiten Teil eher gering: Jetset-Leben und noch mehr Geld. Diese Substanzlosigkeit hat sich leider auch auf die phlegmatische Fortsetzung auf Regionalliga-Niveau übertragen.
Munez geht natürlich zu Real Madrid, lebt sein Leben dort in einer Designervilla und mit einem Lamborghini in Saus und Braus, verkracht sich mit seiner Freundin, findet seine verschollene Mutter und seinen Bruder (dazu gibt es eine im Sande verlaufende Nebenhandlung, welche an einen Werbespot erinnert), legt sich mit der Justiz an und schießt zwischendurch mal ein paar Tore - ausgerechnet dann, wenn es der Zuschauer erwartet. Ach ja: Zinedine Zidane, David Beckham, Iker Casillas, Thomas Gravesen, Ronaldo und andere Spieler von Real dürfen wiederholt durchs Bild laufen. In dem Sinne also nicht anderes als „Verbotene Liebe" oder ein anderer populärer Soap-Bausatz mit zahlreichen Gastauftritten und ein bisschen Fußball.
An sich wäre das ja nicht einmal schlimm, wenn denn wenigstens das Fußball-Spielen im Vordergrund stehen würde und die Szenen, in denen sich die Trivialität des Plots offenbart nur marginal vorhanden wären. Doch „Goal II" ist ein echter Problemfilm geworden. Der phasenweise zum Fußballgott stilisierte Held Munez entbehrt in den enorm überästhetisierten und -stilisierten Fußballspielen (besonders negativ fällt dabei die Partie bei Rosenberg Trondheim inklusive Schneefall und betont farbloser Optik auf) und im Privatleben jeglicher Glaubwürdigkeit und Identifikationsmöglichkeit, da er eben ein so monetär fixierter, arroganter Luftikus geworden ist. Alessandro Nivola („Face/Off") sorgt als sein Kumpel Gavin Harris mit übertriebener Körperpflege und seinem sonst eher machohaften Gehabe für etwas Humor, ist aber ebenso wie der enorm gelangweilt wirkende Rutger Hauer („Sin City") in der Rolle des Trainers nur entbehrliches Beiwerk und unterfordert. Was bleibt, sind eben die Fußballsequenzen, die zwar gut choreografiert und - aufgrund von Lizenzen - mit echten Stars aufwarten können, jedoch nicht sehr realistisch anmuten. Pass, Schuss, Tor (durch Fallrückzieher) - so funktioniert das eben nicht wirklich oft.
Fußball-Pedanten würden übrigens darüber hinaus noch monieren, dass „Goal II", indem ja noch Zinedine Zidane und Ronaldo als Spieler von Real Madrid auflaufen, schlicht veraltet ist. Deswegen muss man schlussendlich konstatieren, dass eine Partie virtueller Fussball befriedigender ist für Fans als diese austauschbare Seifenoper. Zumal man sich dabei auch nicht durch so ein ärgerliches Cliffhanger-Finale wie hier betrogen fühlen muss - denn Teil 3 kommt auch schon bald. Leider...
Fazit: Extrem aufgeblasene, da gehaltlose Fortsetzung eines Hits. Ein vorhersehbarer, unorigineller Nachklapp, der in Sachen Dramaturgie, Darsteller und selbst in den (überstilisierten) Fußball-Szenen nicht überzeugen kann. Lieber eine Runde „FIFA" zocken, denn selbst da sind die Spiel-Szenarien realistischer und man spart sich das ganze platte und hölzerne Geld-und-Ruhm-macht-aus-uns-schlechte-Menschen-Beiwerk. Ein unterdurchschnitllicher Film in gestylter Optik für Fußballfans - mehr nicht.