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Schweden in den frühen 60 ern: Ein Spitzensommer sollte es für die 14-jährigen Erik und Edmund werden. Schwimmen, Radfahren, Bootstouren, lesen und von der Aushilfslehrerin Ewa Kaludis träumen, die so schön ist wie Kim Novak. Doch als ein Mord geschieht, findet die Sommeridylle ein jähes Ende...


Dieser Bonusfilm in der Hakan Nesser-Box kann einen schon leicht auf eine falsche Fährte führen, nämlich dann, wenn man der Genre-Zuordnung auf dem DVD Cover Glauben schenkt. Dort wird der Film als Thriller eingestuft und das ist er nun wirklich nicht. Sollte man also einen sehr spannenden Thriller erwarten, so könnte es durchaus möglich sein, das man am Ende doch etwas enttäuscht ist.

Vielmehr wird hier die geschichte eines Sommers erzählt, der für zwei 14-jährige Jungen wohl für immer unvergessen bleibt. Es ist eine schöne Geschichte, eine Mischung aus etwas Abenteuer und Drama, angereichert mit einem Mord, der allerdings erst nach gut einer Stunde Laufzeit begangen wird. Dennoch habe ich dieses Werk keineswegs als langweilig empfunden, denn die Geschichte wird gut und flüssig erzählt und hat auch durchaus schöne und vor allem interessante Momente.

Für den fehlenden Thrill wird man schon allein durch die durchweg sehr guten Darsteller entschädigt, die allesamt überdurchschnittlich gute Leistungen abliefern. Doch besonders hervorheben sollte man hier die beiden wirklich talentierten Jungdarsteller Anton Lundquist (Erik) und Jesper Adefelt (Edmund), die dem ganzen Geschehen eine sehr natürliche und unbefangene Note verleihen. Ihr Schauspiel ist sehr autenthisch und wirkt vollkommen glaubhaft. Ganz nebenbei legen beide eine für ihr Alter sehr bemerkenswerte Ausdrucksstärke an den Tag, die man nicht als selbstverständlich ansehen sollte.

Für das optische Highlight sorgt hier ganz eindeutig Helena af Sandeberg (Ewa), eine wunderschöne Frau, die den beiden Jungen auch den Kopf verdreht. Sie ist auch schließlich der Grund dafür, das es überhaupt einen Mord gibt, denn sie wurde von ihrem Verlobten misshandelt, da sie mittlerweile ein Verhältnis mit Eriks Bruder hat. Bis zur letzten Minute des Films wird man darüber im Unklaren gelassen, wer denn eigentlich der Mörder ist, was aber nicht weiter schlimm ist, denn der Mord ist in diesem Werk eher nebensächlich.

So kann man abschließend feststellen, das man mit den richtigen Erwartungen an diesen Film herangehen sollte, denn dann wird man auch keineswegs enttäuscht und bekommt ein durchaus interessantes Filmvergnügen präsentiert.
7/10

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