Martin Lawrence ist ja ein talentierter Komiker, doch er sucht sich oft die falschen Filme aus und „Schlimmer geht’s immer“ ist ein gewaltiger Fehltritt.
Kevin Caffery (Martin Lawrence) ist Dieb: Er klaut Kunstgegenstände und lernt über diese Arbeit auch seine neue Freundin Amber Belhaven (Carmen Ejogo) kennen, der zuliebe er sogar damit aufhören will. Natürlich ist es obligatorisch Martin Lawrence in Anlehnung an „Der Diamanten Cop“ und „Big Mamas Haus“ auch hier erst mal in Tarnung auf einer Aktion dreist scheinbare Fachmeinungen raus zu hauen, leider wenig pointiert, sodass der Mangel an Originalität noch weiter zu Tage tritt.
Obwohl an sich nicht mehr aktiv ist, lässt sich Kevin von einem Kumpel dazu überreden in das angeblich leere Strandhaus des Millionärs Max Fairbanks (Danny De Vito) einzusteigen. Der erwischt Kevin und klaut ihm dabei seinerseits einen wichtigen Ring. Damit geht der Kleinkrieg der beiden Männer los…
Was folgt ist unoriginell und läuft stets nach dem gleichen Schema ab: Max kann den Ring behalten, während Kevin immer schlimmere Gegenmaßnahmen einleitet. Er klaut ihm fast sämtliches Eigentum, macht ihn in der Öffentlichkeit lächerlich usw. Dabei steigert sicht das Ganze kontinuierlich, nebenher glaubt die Polizei der bankrotte Millionär habe die Einbrüche selbst fingiert, doch so richtig turbulent will die Chose trotzdem nicht wirken. Ohne Timing oder rechtes Tempo wird hier nur eine Situation aneinandergereiht und das Happy End ist dermaßen versöhnlich und bieder, dass es fast schon weh tut.
Zudem ist „Schlimmer geht’s immer“ über weite Strecken noch schrecklich originell. Ein Klischee jagt das nächste, vom Millionär, der Affären mit jedem Playmate in der Umgebung hat, über die misstrauische Ehefrau bis hin zu der Tatsache, dass die weibliche Fraktion erheblich besonnener als die Männer agiert, hier wird nichts ausgelassen. Dementsprechend sind auch viele der Gags vorhersehbar und gar unlustig, zumal es dem Regisseur hier an Feingefühl für das richtige Timing mangelt.
So schleppt sich „Schlimmer geht’s immer“ unlustig und bieder dahin und bietet nur ganz wenige Lichtblicke. Die Figur des schwulen Cops Alex Tardio (William Fichtner) ist aus Vorurteilen en masse zusammengeschreibselt, kann aber wenigstens mit ihrer schnippischen Art ein paar Lacher verbuchen, und Max’ Ausraster vor den Senatoren ist wirklich witzig. Ansonsten wirkt „Schlimmer geht’s immer“ nur dröge und auch das angestrebte Ziel einer Satire auf den männlichen Wahn sich stets gegenseitig ausstechen zu müssen wird auch nicht erreicht.
Danny De Vito enttäuscht hier auch mit einer Performance, auf welche die Bezeichnung gelangweilte Routine am besten passt, selbst bei den schlimmsten Wutanfällen wirkt er teilnahmslos. Martin Lawrence gibt sich mehr Mühe, doch so richtig austoben darf er sich auch nicht und coole Sprüche gönnt man ihm auch nur wenige. Immerhin geben sich ein paar der Nebendarsteller wie Bernie Mac oder William Fichtner noch Mühe, aber das rettet hier kaum etwas.
So bleibt eine vorhersehbare, langweilige Komödie ohne viele Gags. Ein paar nette Witze (Ausraster vor den Senatoren, das Gaunerehepaar) helfen auch nicht viel, zumal die Hauptdarsteller nicht ihr volles Potential spielen lassen.