Review

Das Raubtier im Menschen


Was für einen famosen 1-2-3-Punch Jacques Tourneur mit „Cat People“, „I Walked With a Zombie“ und „The Leopard Man“ Anfang der 40er hingelegt hat! Quasi ein ganz früher Slashervorfahre, fährt dieser Thriller gekonnt und meisterhaft atmosphärisch die Krallen aus. Ein Leopard entkommt und die Frauenleichen bald häufen sich bald. Doch ist es wirklich die Raubkatze oder nutzt hier vielleicht ein psychopathischer Killer diese Chance um seinen bestialischen Neigungen nach zu gehen?

Auf „The Leopard Man“ wurde ich durch eine Art „Slasher-Enzyklopädie“ das erste Mal aufmerksam, konnte ich kaum glauben, dass es schon in den Vierzigern erste Wurzeln des Subgenres gegeben haben soll. Doch man kann den morbiden Krimi und seine Einflüsse durchaus derart lesen und deuten. Was Tourneur im Genrefilm in den 40ern abgeliefert hat, ist kaum zu beschreiben, zu hoch zu hängen und zu fassen. Seine drei genannten Heldentaten kann man jedem Genrefreund nur ans Herz legen. Oder gar als Pflichtprogramm aufgeben. Und „The Leopard Man“ ist da keine Ausnahme, obwohl er sicher der unbekannteste Vertreter des Trios ist. Und lustigerweise der zweite Film mit wildkätzischem Bezug. Metaphorisch erhaben, atmosphärisch dicht wie Käsekuchen, schauspielerisch auf A-Niveau, aussagetechnisch und menschlich zeitlos. Ein Licht- und Schattenspiel per exellence. Top Unterhaltung, hohe Spannung, feinster Stil - ergeben zeitlose Eleganz und Klasse. Zwischen „Cat People“ und „M“. 

Fazit: ein ganz feiner Krimi und Slasherurahn der edelsten Sorte. Kurz, spannend, understatet. Ein weiterer Juwel von Tourneur! 

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