Ein Jahr nach der ersten Fortsetzung von Takashi Miikes Japan-Grusler „The Call“ brachte man unter der Regie Manabu Asôs („Senrigan“) die Reihe um tödliche Handyanrufe mit „The Call 3 – Final“ zu einem Abschluss. Diesmal meldet sich das nach einem Selbstmordversuch im Koma liegende Schulmobbingopfer Pam mithilfe ihrer Leidensgenossin Asuka (Maki Horikita) per Bildnachricht bei ihren Mitschülern, die sich im Rahmen einer Klassenreise in Korea befinden. Der Empfänger dieser Nachricht ist zum Tode verdammt, leitet er sie nicht möglichst schnell an jemand anderen weiter…
Statt eines fulminanten Abschlusses der Trilogie ist „The Call 3“ ein misslungener Todesstoß. Das beginnt damit, dass man mit den vom Tode verfolgten Teenies, die sich auch nach Pams Selbstmordversuch unverändert wie Arschlöcher verhalten, keinerlei Mitleid empfindet, geht weiter mit der recht sinnlosen Beziehung eines der Mädchen mit einem koreanischen Taubstummen, was dazu führt, dass viele Dialoge in im Kontext des Films nerviger Taubstummensprache geführt werden, kann auch mit den wenig erschreckenden digitalen Effekten keine Akzente setzen und verfängt sich letztlich in einem schlappen Finale völlig in Naivität und Kitsch. Die Verquickung von Geisterhorror mit moderner Kommunikationstechnologie funktioniert hier kaum und als vorübergehende Lösung zu präsentieren, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen und sie zu bitten, mit zahlreichen E-Mails an die Absenderadresse der todbringenden Nachrichten den Server zu überlasten, ist eine denkbar schlechte Idee. Weshalb Emiri am Ende im Rollstuhl sitzt, bleibt wohl auch das Geheimnis der Drehbuchautoren.
Der Versuch, die Problematik des Mobbings unter Jugendlichen in die Filmreihe einzubringen, sorgt nur für wenige spannende oder interessante Augenblicke, die kaum ausgereizt werden und leider viel Potential verschenken. Als Höhepunkte bleiben lediglich Szenen wie die des handfesten Konflikts panischer, entsolidarisierter Schüler, die sich munter die verfluchte Nachricht untereinander weiterleiten und sich um ihre Handys prügeln, im Gedächtnis. Der Stil der Vorgänger wich insgesamt profanem Teenie-Horror, der weder die beängstigende Atmosphäre des Originals, noch die wirksamen Schockeffekte in diesen Abschluss herüberretten konnte. Damit ist die Versetzung ebenso gefährdet wie die der von telefonstalkenden Rachegeistern verfolgten japanischen Gören. Höchstens für Ostasia-Grusel-Allesseher interessant.