Review

In dem Film „Schwerter des Königs“ stellt Uwe Boll einmal mehr seine grauenhaften Fähigkeiten als Regisseur (und Drehbuchautor) unter Beweis.
Die Charaktere entsprechen den typischen Stereotypen.
Da wären...
...der stille Farmer (mit Namen Farmer), der zwar nichts von Gewalt hält, aber besser kämpft, als jeder ausgebildete Soldat...
...die leicht dümmlichen, aber herzensguten Begleiter des Farmers...
...der böse Zauberer, der sich zum Herrscher eines primitiven Volkes gemacht hat und wahrscheinlich die Weltherrschaft oder etwas in der Art erringen will...
...der rechtschaffene, aber leichtgläubige König...
...der arrogante und korrupte Thronfolger (eigentlich die glaubwürdigste Figur von allen)...
...und natürlich die liebe Familie des Farmers, geheimnisvolle Waldelfen, irgend so ein Offizier, ein guter Magier, die Schülerin des guten Magiers und zahlreiche Soldaten und Krugs (Billigversionen von Orks) damit in den Actionszenen auch tüchtig gestorben werden kann.
Die Handlung ist ebenso einfach wie vorhersehbar:
Die bösen Krugs überfallen grundlos die Menschen in ihren Städten. Dabei werden Farmers Sohn, ein paar Personen, deren Namen und Bedeutung ich vergessen habe und selbstverständlich unzählige namenlose Menschen umgebracht. Zudem wird Farmers Frau von den Krugs entführt. Farmer zieht daraufhin mit seinen zwei Kumpanen los, um seine Frau zurückzuholen und eventuell noch den Tod seines Sohnes zu rächen. Im weiteren Verlauf der „Handlung“ werden die Kameraden des Farmers ebenfalls von den Krugs gefangen genommen, es kommt zu mehreren mehr oder weniger spektakulären Kämpfen, der König wird vergiftet, wofür der Thronfolger und der böse Magier, die (Überraschung!) unter einer Decke stecken, verantwortlich sind, es wird gekämpft, Farmer stellt sich als Sohn des Königs heraus, es wird wieder gekämpft und nach gefühlten vier Stunden ist der Film dann auch endlich zu Ende.
Okay, eindimensionale Charaktere, (bl)öde Handlung, sind denn wenigstens die Actionszenen ansehnlich? Nun ja, wenn man auf (blutlose) Gemetzel, die von einem offensichtlich besoffenen Kameramann aufgenommen wurden, steht, empfindet man diese Übelkeit erregenden Wackelpartien sicher als erheiternd. Ansonsten eher nicht.
Zwischen schwachsinnigen Dialogen und den eben erwähnten Kämpfen, kommt es immer mal wieder zu vollkommen unglaubwürdigen Szenen. So hat Farmer einen Bumerang(!), der zu den unglaublichsten Manövern fähig ist und schafft es in einer Szene, mittels eines Trittes einen Krug zu enthaupten und sich von einem improvisierten Galgen zu befreien (der Farmer, nicht der Bumerang).
Aber die zweifellos schönste Szene ist folgende: Man stelle sich eine riesige Schlucht vor. Auf der einen Seite stehen Farmer und zwei Begleiter (nicht die vom Anfang, sondern eine Waldelfe und die Schülerin des guten Magiers). Auf der anderen Seite befindet sich die Burg „Christwind“ (passend zu Weihnachten!) in welcher der böse Zauberer residiert. Nun schwingt eine von Farmers Begleiterinnen (ich weiß nicht mehr wer) einen Stein, der an einem Seil befestigt ist, mehrere Male im Kreis, um ihn (den Stein, nicht Farmer) mit einem perfekten Wurf zwischen zwei natürlichen Steinsäulen, die gerade sehr gelegen kommen, zu platzieren (und das beim ersten Versuch!). Jetzt hält eine Begleiterin das Seil straff gespannt, während Farmer und die andere Begleiterin darauf zu rennen. Wenn die beiden beim Seil ankommen, lässt Begleiterin 1 das Seil los, damit Farmer und Begleiterin 2 daran mitschwingen können. Im nächsten Moment lässt Farmer los, um von der Trägheit zur Burg „geworfen“ zu werden. Das klingt bestimmt viel realistischer, als es aussieht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Schwerter des Königs“ der schlechteste Film ist, den ich je gesehen habe. Und ich habe schon Bate‘s Motel gesehen!

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