Review

Ray Liotta spielt einen bösen Magier, der das Königreich von Burt Reynolds erobern will. Nachdem er sich eine ganze Armee erschlichen hat, gibt es nur noch einen, der ihn aufhalten kann, nämlich der Sohn des Königs, gespielt von Jason Statham. Doch dieser weiß noch gar nichts von seiner Bestimmung, da er fern des Hofes auf dem Land aufwuchs, doch als seine Frau, gespielt von Claire Forlani entführt wird, beginnt er seiner Bestimmung zu folgen.

Vorab möchte ich erst einmal klarstellen, dass ich kein Fan von Uwe Boll bin und bisher keinen seiner Film mochte und, dass mir bisher auch keine Computer-Spiel-Verfilmung wirklich zusagte, doch für Fans von Monumental- und Fantasyfilmen wie "Herr der Ringe", "Last Samurai" oder "Gladiator", zu denen ich mich zähle, ist "Schwerter des Königs" auf jeden Fall bekömmliche Kost. Bolls Umsetzung ist dabei überraschend gut und rein optisch betrachtet wirkt der Film schon einmal wesentlich edler und versprechender als andere Produktionen des deutschen Regisseurs, wie "BloodRayne" oder "Postal". Die Effekte sind auf jeden Fall gelungen und können mit neueren Blockbustern wie "Iron Man" oder "Der goldene Kompass" durchaus mithalten. Hinzu kommt eine überaus gelungene und gewaltige Kulisse und deren perfekte Fotografie und Darstellung aus verschiedensten Perspektiven, wie sie schon "Herr der Ringe" unvergesslich machte. Auch die Filmmusik ist entsprechend monumental und deckt ein gelungenes Spektrum von aufgebrachter Spannungsmusik bis hin zu ruhiger, melancholischer Musik ab. Auch die Maske und die Garderobe sind perfekt, genauso, wie die überaus martialisch spielenden Darsteller. Damit wäre schon einmal das Grundgerüst eines gelungenen monumentalen Fantasy-Films komplett. Da Boll bei den Action-Szenen sowohl auf Masse, als auch auf Klasse setzt, wird der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig und durch das relativ hohe Erzähltempo kann man ihn sich wirklich gut zu Gemühte führen.

Andererseits kann ich natürlich auch die überaus schlechten Kritiken und das desolate Einspielergebnis von 11 Millionen Dollar bei einem Budget von 70 Millionen durchaus verstehen, denn die Story könnte wirklich kaum schlechter sein. Computerspiel-Verfilmungen haben ja im Allgemeinen den Vorteil, dass sie keine Gründe oder Logik liefern müssen und im Gegensatz zu Literatur-Verfilmungen einfach irgendwelche Ausgangssituationen festsetzen können. Doch diesen Bogen überspannt Boll, wie bei den meisten seiner anderen Computerspiel-Verfilmungen deutlich. Die Handlung um verschiedene Völker, Zauberer und Könige, die sich gegenseitig bekriegen ist nicht gerade neu und könnte kaum stereotyper sein. Darüber hinaus wirken sämtliche Liebes-Szenen im Film komplett gestellt und deren Handlungen aufgesetzt und überflüssig. Es gibt dutzende Wendungen, die kaum dämlicher hätten werden können und die man besser komplett ausgelassen hätte. Doch bei diesen guten Action-Szenen tritt all dies in den Hintergrund und das einzige richtige Ärgernis bleiben die unbeholfenen und haarsträubenden Dialoge. Immer, wenn der Film wieder an Fahrt aufnimmt und beginnt Spaß zu machen kommt wieder einer dieser Dialoge und bremst den Film aus. Wären die Dialoge etwas besser gewesen und wären einige der Wendungen ausgeblieben, wäre es Boll wohl gelungen eine gespannte Atmosphäre aufzubauen und dann wäre ich definitiv nicht davor zurückgeschreckt, dem Film 9 oder sogar 10 Punkte zu geben.

Durch das hohe Budget konnte Boll neben den guten Effekten und Action-Szenen auch eine gute Besetzung für den Film gewinnen. Jason Statham darf mal wieder den großen Helden spielen und löst dies durch sein martialisches Spiel hervorragend. Darüber hinaus liefert er bei den Action-Szenen nach "Transporter" und "Crank" erneut eine gute Choreografie und trotz dieses Flops bin ich davon überzeugt, dass er sich noch lang unter den besten Action-Darstellern der Welt halten kann. Ray Liotta spielt die Rolle des Bösewichts gut und gibt sich entsprechend gemein und niederträchtig. Lediglich sein vollkommen schwach synchronisiertes, diabolisches Lachen nervt mehrfach. Claire Forlani spielt ihren Part eher mittelprächtig und lässt durch ihr gelangweiltes Spiel die Liebes-Szenen sehr aufgesetzt wirken, zumal sie nicht einmal ansatzweise mit Statham harmoniert. Burt Reynolds darf mal wieder einen Helden, in diesem Fall den König spielen und präsentiert sich dabei sehr gut. Auch der übrige Cast, zu dem unter Anderem John Rhys-Davies und Ron Perlman gehören spielt gut.

Fazit:
Die Story ist vermutlich die schlechteste des gesamten Kino-Jahres 2007 und Uwe Boll setzt damit seine Serie hirnloser Computerspielverfilmungen fort. Na und? Mit einer gewaltigen Kulisse, klasse Effekten, hervorragenden und überaus zahlreich dosierten Action-Szenen und der guten Besetzung ist "Schwerter des Königs" ein solider Blockbuster, dem ich als Fan des Genres viel abgewinnen kann. Mit den dämlichen Dialogen und den aufgesetzt wirkenden Liebes-Szenen ist der Film dennoch eher für Fans des monumentalen Fantasy-Genres geeignet.

84%

Details
Ähnliche Filme