In Tokio erstechen sich mehrere Leute im Schlaf. Was zunächst nach simplen Selbstmorden aussieht, entpuppt sich als die Mordserie eines Traumdämons. Die noch leicht grüne Ermittlerin Keiko holt sich Hilfe bei Kagenuma, ein verstörter, junger Mann mit der Fähigkeit, in die Träume von Anderen einzusteigen…
Shin'ya Tsukamoto wie er leibt und lebt: verstörend, abstrakt, total wirr in der Birne. Vergleicht man NIGHTMARE DETECTIVE mit den Industrial-Experimetalfilmen TETSUO – THE IRON MAN und TOKYO FIST, dann wird man hier mit cineastischen Vorzügen verwöhnt, die einem bei den Frühwerken des Regisseurs verwehrt blieben, wie da vor allem wäre eine einigermaßen nachvollziehbare Handlung. Ansonsten hält sich der japanische Kultregisseur gewohnt düster, depressiv und todessehnsüchtig. NIGHTMARE DETECTIVE präsentiert sich als krasser Mix aus NIGHTMARE ON ELM STREET, SIEBEN und TOKYO GORE POLICE, in dem die Schranken zwischen Alptraum und Realität aufweichen. Der Film verprügelt den Zuschauer mit harschen Szenenwechseln wie Gedankensprünge, tristen Farbfiltern, die das Geschehen in dunklen Blautönen halten, mehreren Traumebenen á la INCEPTION, damit man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, und diversen Fontänen artigen Kehlenschnitten mit dem Teppichmesser.
Im Traum erscheint den Schlafenden ein abstraktes Monster, das aus der wackeligen Egoperspektive heraus mordet, und welches man als Zuschauer nicht so wirklich zu Gesicht bekommt. Regisseur Tsukamoto selbst übernimmt die Rolle des mysteriösen 0 (Null), den die Opfer kurz vor ihrem Ableben via Handy kontaktieren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit der Strippenzieher hinter den Traummorden, der gerne Ausdruckstanz mit dem Küchenmesser tanzt.
Vermengt man dies mit ein paar bösen Kindheitserinnerungen, verdrängten Traumata und nihilistischen Aufnahmen von Tokio mit Hochhäusern wie Grabsteine, dann kommt dabei ein stockfinsterer, verstörender, lebensverneinender Polizeithriller mit hohem Suspense-Anteil heraus. Ein wandelnder Alptraum, wenn man so will, der in seinen Bann schlägt und tief im psychischen Abfluss kramt.
Vorgesetzter: „Das hier war eindeutig Selbstmord, klar!?“
Keiko: „Das können wir noch nicht mit Gewissheit sagen.“
Kollege: „Naja, (…) eine Nachbarin hat das Opfer ‚Hilfe, ich hab Angst’ rufen hören.“
Vorgesetzter: „Ein Selbstmord macht einem doch Angst!“
Fazit:
Nippon-Horror-Variante von NIGHTMARE ON ELM STREET. Mal wieder total stranges Zeug vom Kerl mit dem rotierenden Stahlpenis.