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2003 feierte der Backwoodslasher „Wrong Turn“ einen annehmbaren Erfolg im Kino und avancierte später auf DVD zu einem riesigen Erfolg. Grund genug um nun knapp 4 Jahre später eine Sequel nachzuschieben. Diesmal verzichtet man dabei auf den Kinoeinsatz und lässt die inzestuösen Kannibalen direkt auf DVD auf ahnungslose Menschen los.

Story: Für die Survival TV Show „The Ultimate Survivalist: The Apocalypse“ soll sich eine Gruppe von Twens durch den Wald von West Virginia kämpfen. Als Siegprämie winken 100.000 $. Doch als eine Familie von deformieren und Hinterwäldlern auf die Reality Show Teilnehmer aufmerksam wird beginnt der Spaß sich zu einer blutigen Tour de Force zu entwickeln.

Um es erstmal vorneweg zu sagen: „Wrong Turn 2“ ist eine wahrlich solide bis gute Direct-to-Video Fortsetzung geworden und kann man getrost als würdigen Nachfolger bezeichnen. Natürlich sind die Charaktere reine Genreabziehbilder. Natürlich weiß man sofort wer als nächstes ins Gras beißt. Natürlich weiß man schon bei der Einführung der Figuren wer am Ende überleben wird. Natürlich wird man großartige Innovationen beim „Wrong Turn 2“ vergeblich suchen. Natürlich setzten die Schauspieler keine Akzente. Der Film erhebt diesen Anspruch auch gar nicht, sondern will unterhalten. In diesem Punkt überzeugt der Film voll und ganz und geht dabei extrem blutig zur Sache.

Hatte Teil 1 schon mehrere Gewaltspitzen, welche die FSK 16 Bewertung als eher fragwürdig dastehen lassen, kannte man bei „Wrong Turn 2“ kein Erbahmen. So gaben die Moralritter von der FSK dem Film nur in einer stark zensierten Fassung die Kennzeichnung „Keine Jugendfreigabe“. Was man in Anbetracht der blutigen Bilder sogar in gewisser Weise nachvollziehen kann, die ganz in Tradition der aktuellen härteren Horrorfilme stehen. Dabei verzichtet man nicht mal auf eine obligatorische Folterszene, auch wenn sie doch recht kurz ausgefallen ist.

Garniert werden die Gewaltausflüge darüber hinaus noch mit ein paar kleinen, vielleicht etwas kranken Szenen wie z.B. als der Sprössling der Sippe sich bei der Halbnackten Crystal Lowe einen runter holt. Auch die Nacktszene des Filmes geht auf das Konto von Crystal Lowe, die auch schon „Final Destination 3“ und „Black Christmas“ damit versüßt hat.

Auch auf Anspielungen auf andere Filme verzichtet „Wrong Turn 2“ nicht. So trägt der Kameramann der Show ein T-Shirt zur Survivalaction „Battle Royale“. Auch mit einer Dinnerszene ala „Texas Chainsaw Massacre“ wartet der Film auf und wenn Henry Rollins am Ende Jagd auf die Mutanten macht fühlt man sich ein wenig in den Schwarzenegger Kracher „Predator“ hineinversetzt.

„Wrong Turn 2“ mag für viele keine große Offenbahrung sein oder das Horrorgenre nicht mit neuen Impulsen versehen. Er mag vollkommen innovationslos erscheinen, aber mich hat der Film über seine Laufzeit von 90 Minuten gut unterhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Ein blutiger Spaß der einen kurzweiligen Abend für Horrorjunkies garantieren sollte.

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