Review

Die Kritik beruht auf die Unrated-DVD-Fassung aus der Schweiz!

Bei einem Horrorschocker von anspruchsvoll zu reden, vor allem wenn es in dem Film um eine in den tiefsten Wäldern hausende Kannibalensippe geht, ist schon grenzwertig.

Dennoch gehe ich diesen Schritt, zumal mit "Wrong Turn II - Dead End" eine lose Fortsetzung zu "Wrong Turn" aus dem Jahre 2003 entstanden ist. Von daher würde ich das Original im Vergleich zu seiner Fortsetzung als anspruchsvoll bezeichnen, und zwar in Bezug auf die Charakterzeichnung und den durchgehend ernsten Inszenierungsstil.

Um es kurz zu machen:

"Wrong Turn II" ist ein harter und unterhaltsamer Horrorfilm, der nur leider zwei Fehler hat: teilweise lächerliche und überzogene Charaktere, die dadurch zu einer unfreiwillig komischen Brechung des Filmes führen. Die Grundidee, sechs völlig unterschiedliche Personen in die Wälder zu schicken, um dort im Rahmen einer Survival-Reality-Show sechs Tage durchzustehen ist zumindest besser und glaubwürdiger als beispielsweise in "Halloween: Resurrection". Dass dabei allerdings der eine oder andere Darsteller nicht nur den anderen Teilnehmern, sondern auch den Zuschauern so sehr auf die Nerven geht,  dass man ihnen alsbald wünscht, ins Gras zu beissen, ist ein Fehler. Denn wenn die Thematik "Reality-TV" zudem noch Stoff für Medienkritik und Seitenhiebe auf die Fernseh-Industrie liefert ist der satirische Aspekt bereits abgedeckt. Plumper Humor durch platte Charaktere kann das Fass zum Überlaufen bringen, zumal ein Film dieser Art davon lebt, dass man sich mit den Protagonisten identifiziert und mit ihnen mitfiebert.

Gott sei Dank überwiegen dann doch die Elemente des puren Horrorfilms und Regisseur Joe Lynch kratzt noch einmal die Kurve, indem er zum Barbecue einer inzestuösen Kannibalenfamilie einlädt.

Schnell wird sich auf kreative und explizit dargestellte Art und Weise der ersten störenden Teilnehmer entledigt und es beginnt eine gnadenlose, blutige Jagd durch die Wälder.

Geradezu hervorragend spielt dabei Henry Rollins auf, der hier die Rolle des ehemaligen Army-Colonels und gegenwärtigen Moderators der Reality-Show sehr glaubwürdig darstellt.

Selbst die geschnittenen Goreszenen, die in der Unrated-Fassung komplett enthalten sind, sind zwar sehr derbe, aber ob die Schnittauflagen gerechtfertigt waren ist zu bezweifeln.

Die Special Effects und Splatterszenen sind sehr blutig und realistisch ausgefallen und auch die Masken der Kannibalen wissen zu überzeugen.

Der Score passt sich gut dem spannenden Verlauf der Handlung an.

In manchen Szenen wird TCM zitiert, ohne aber dass die schmutzige und raue Atmosphäre des Vorbildes erreicht werden kann.

Auch kommt "Wrong Turn II" aufgrund seiner überzogenen Charaktere nicht an den Vorgänger heran, da dieser die ernsthafte Thematik seiner Handlung konsequent durchsetzte und somit insgesamt besser war.

Mit 7 von 10 Nieren ist dieser Film aber bestens bedient.

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