Die Schauspielerin Kimberly ist in ihrem Sportwagen unterwegs zur Produktion einer Reality-Show. Sie ist der Star der Produktion und sie muss an einem solchen Format teilnehmen, denn richtige Hollywood-Angeboten lassen auf sich warten. Die Sendung wird irgendwo in der Wildnis von West Virgina gedreht, so dass Kimberly Schwierigkeiten hat den Weg zu finden. Letzten Endes biegt sie falsch ab und überfährt einen Unbekannten. Doch als sie nachsehen will, was mit dem Unfallopfer ist, wird sie von diesem getötet. Der Produktion bleibt sie fern, und als das bei den Machern bemerkt wird, muss die Produzentin selbst einspringen, damit die Rechnung der Teilnehmer aufgeht.
Es scheint die typische Kombination für ein solches TV-Format zu sein: Ein erfolgloser Sportler, der aufgrund einer Verletzung seinen Sport nicht richtig ausüben kann, eine Schauspielerin, die auf den großen Durchbruch wartet, eine Sexbombe, die für den notwendigen Anteil an nackter Haut sorgen soll, einen durchgeknallten Freak, der meistens allen auf die Nerven geht, eine Veganerin, wo anfangs bereits unklar ist, wie sie sich in der Wildnis wird ernähren können und eine Kriegsveteranin, die auch gut eine posttraumatische Belastungsstörung haben könnte. Beaufsichtigt wird der Dreh von dem Überlebenstrainer Dale.
Doch in den Wäldern sollte es anders kommen, denn dort lebt eine missgebildete Familie, die durch verunreinigtes Wasser mutiert ist, und diese Familie besteht aus Kannibalen und sie machen jagt auf die Kandidaten der Show, denn sie brauchen Menschenfleisch...
Wertung:
"Wrong Turn 2" habe ich mehrere Jahre nach Sichtung des ersten Teils gesehen. Dadurch ist dieser Film hier für mich fast wieder komplettes Neuland, wenngleich ich den ersten Teil noch wage in Erinnerung habe. Vom Unterhaltungsfaktor, vor allem was den Splattergehalt angeht, ist im zweiten Teil deutlich mehr vorhanden und es gibt mehrere Szenen, die den Zuschauer sprachlos zurücklassen. Die Handlung bietet keine großen Spielräume. Eine Personengruppe verirrt sich mehr oder weniger in unbekannten Wäldern und muss sich gegen einem unbekannten Gegner, hier in Form einer mörderischen Familie, verteidigen. Das Töten geschieht hier auf extrem grausame Weise und direkt in den ersten Szenen des Films weiß man bereits, wohin die Reise mit "Wong Turn 2" gehen wird. Wo der erste Teil noch zurückhaltend gewesen war, wird hier schonungslos drauf gehalten. Eine große Handlung gibt es nicht, aber das braucht auch nicht jeder Film auf Teufel komm raus, denn gerade die Schockmomente wissen hier den Zuschauer teilweise vor Grausamkeit teilweise aber auch vor Ekel an den Bildschirm zu fesseln. Die Effekte sind dabei extrem grausam, auch weil sie so detailliert dargestellt werden. Komik in Zusammenhang mit einem solchen Film, was die Effekte abmildern könnte, fehlt hier gänzlich, wie es z. B. bei Asia-Splattern der Fall ist, und das macht diesen Film noch entsetzlicher. Es bleibt abzuwarten, wie der nächste Teil die Reihe vorführen wird. Die einzig vergleichbare Reihe ist "The Hills have Eyes", und diese ist einige Jahre vor "Wrong Turn" entstanden (wenn man das Remake außer Acht lässt), weshalb sich nur bedingt ein Vergleich ziehen lässt. Einzig das Setting und die Gründe der Mutation sind geringfügig anders, ansonsten kann man THHE aber durchaus als frühen Backwood-Slasher bezeichnen, wenngleich es auch nicht um ein Waldgebiet geht. Die Effekte waren natürlich von etwas einfacherer Qualität, dafür spielte letztgenannter auch mehr mit seiner Atmosphäre. Das ist bei "Wrong Turn 2" auch nur bedingt vorhanden, denn dieser Film zeigt lieber als dass er erahnen lässt.
Schauspielerisch im gesamten Ensemble herausragend im 2. Wrong Turn-Teil sind für mich Henry Rollens in der Rolle des Dale Murphy, der hier als eine Art Elite-Soldat die Show überwacht, sowie auch die Teilnehmerin Nina, gespielt von Erica Leerhsen, wobei anfangs nicht ganz klar ist, welcher Charakter wichtiger für die Gesamthandlung ist. Bekanntester Bösewicht ist mit Sicherheit Ken Kirzinger, der sich in der Rolle des entstellten Vaters nicht so recht von den anderen deformierten Familienmitgliedern abzuheben weiß. Gerade auch die Struktur innerhalb der deformierten Familie stellt sich gar nicht so einfach dar, was auch des fremdartigen Äußeren geschuldet ist.
Ein solcher Film ist wie alle anderen Filme auch Geschmackssache, und es obliegt jedem selbst einen solchen Film gut oder schlecht zu finden. Für mich war ein extrem hoher Unterhaltungsfaktor vorhanden, so dass die Schwächen der fehlenden, tiefgründigen Handlung und damit auch die fehlende ausgewogene Charakterdarstellung dadurch kompensiert werden können. Aufgrund des Abstands der Sichtung zum ersten Teil wirkt Teil 2 sogar unterhaltsamer als der erste Teil. Als Wertung liegt er deshalb irgendwo zischen 7-8/10 Punkten. Nur für horrorerfahrene Menschen mit hoher Schock- bzw. Ekeltoleranz. Daraus ergibt sich automatisch, dass der Film nicht für jeden geeignet ist. Die Toleranzbreite der Wertungen kann deshalb durchaus schwanken.