Schön getarnt in einer Edition junger, frischer Slasherfilme untergebracht, kommt „Sublime“ des Weges, ein Film, bei dem man nach Covertext und Hineinschauen problemlos das Gefühl bekommen kann, man hätte es mit einem weiteren Krankenhaushorror zu tun.
Einen Tag nach seinem 40.Geburtstag muß Familienvater George nämlich zu einem Routineeingriff ins Krankenhaus und hat die Hosen gestrichen voll, weil er nämlich einen sinistren Traum gehabt hat. Dort erleidet er die Folgen eines Kunstfehlers und dämmert von nun an durch wilde Erscheinungen und Visionen, trifft eine Krankenschwester mit Netzstrümpfen, einen fiesen farbigen Pflegen mit Fliege und siniert über den im Umbau befindlichen Ostflügel, wo Schauriges vorzugehen scheint.
Derlei Stories funktionieren alle nach dem „Was ist Schein und was ist Wirklichkeit?“-Prinzip und so ist es hier nicht anders, wobei George hier langsam aber sicher in den siebten Kreis der Hölle stolpert.
Tatsächlich erscheinen die verschiedenen Realitätsebenen sehr ineinander verwoben und unübersichtlich und der Schluß, das der Gute eventuell im Koma liegt, fällt natürlich auch noch an.
„Sublime“ besticht vor allem durch seine morbide Atmosphäre und seine traumartigen Bilder, liefert in ihnen nichts wirklich Neues ab. Tatsächlich ist so manche Situation dermaßen abstrus, dass man schon bald mit der Nase drauf gestoßen wird, was hier wirklich los ist, bleibt aber immer mit einem Rest Unsicherheit zurück. Als zur Filmmitte George dann auch noch ein Bein verliert, geht die Rutschbahn talwärts…
Die andauernde Defensive und das totale Ausgeliefertsein funktionieren ungewöhnlich gut, aber das Auftürmen bizarren Rätsel und seltsamer Sequenzen ermüdet dann doch irgendwann, weil man dem Zuschauer immer wieder und über die komplette Filmlänge philosophische angehauchte Schnipsel aus der Geburtstagsparty zu Beginn vorbrät.
Spätestens beim fünften Mal kommt da Unmut auf und man lechzt nach der Pointe.
Die ist zwar kein absoluter Bringer, aber immerhin eine ungewöhnliche und interessante Lösung der Situation.
Die eingebauten Splatterszenen fügen sich aber kaum ins Gesamtbild, wirken zwar alptraumhaft, aber genauso zerdehnt. Und die vielen Monologe (speziell des Pflegers) stellen schon mal die Geduld auf die Probe.
Ein interessantes, aber nicht überwältigendes Erlebnis, das man noch ein zweites Mal sehen muß, um alle Bezüge auf Reihe zu bekommen. Das Problem: danach reicht es dann aber. (6/10)