Nach dem schwachen „Rest Stop“ gab’s mit „Sublime“ den nächsten Raw Feed Beitrag und tatsächlich war eine Steigerung zu erkennen.
Familienvater George (Tom Cavanagh) macht sich stets große Sorgen um seine Gesundheit, schließlich steht auch gerade der 40. Geburtstag an. Bei der Feier wird noch emsig gescherzt und gelacht, eine Nachstellung des letzten Abendmahls deutet schon Fieses an, ebenso eine Traumsequenz inklusive folgendem Dialog zum Thema Tod im Traum. Da sind sie also die Omen, zum Glück ist der Protagonist mal kein Teen oder Twen, nein, der ist Papa, komplett mit Frau und zwei Kindern.
Nun soll ein Routinecheck im Krankenhaus durchgeführt werden, doch nach der Narkose erfolgt im wahrsten Sinne das böse Erwachen: Man hat George mit einem Patienten verwechselt und versehentlich eine Operation gegen verschwitzte Hände durchgeführt. Das war auch auf der Geburtstagsfeier Thema und so kommt „Sublime“ auch immer wieder zu jenem Abend zurück, um Figuren vorzustellen oder zu vertiefen, um Themenkomplexe anzuschneiden oder auszubreiten.
Bald merkt George allerdings, das in dem Krankenhaus was nicht stimmt: In angeblich verlassenen Flügeln geht des nachts die Post ab, ein Pfleger verhält sich schwer verdächtig usw. Zeit herauszufinden, was hier gespielt wird...
Von da an steigert sich „Sublime“ immer mehr zum Trip mit Anklängen gen Mindfuck und unzuverlässiges Erzählen, der erfahrene Zuschauer blickt aber spätestens zur Filmmitte ungefähr, wie der Hase läuft. *SPOILER* Das penetrante Wiederauftauchen von kurz zuvor Erlebtem deutet ja darauf hin, dass das Ganze nur in Georges Kopf stattfindet, Träume setzen ja auch in erster Linie Tageserlebnisse neu zusammen. Mit dem Koma rechnet man vielleicht nicht, aber man ahnt die ungefähre Lösung schon. *SPOILER ENDE*
Auf visueller Ebene macht der Alptraumtrip dann auch definitiv was her, denn die Bebilderung des Ganzen kann sich durchweg sehen lassen. Teilweise wirken die Erlebnisse Georges ganz schön surreal, ein eigenwilliger Soundtrack und Spiele mit Licht und Schatten tun ihr übriges zur Zuschauerverwirrung. Eher deplaziert sind da einige derbe Blutszenen, die zwar die Gore-Jugend von heute zufrieden stellen sollen, zum Restfilm aber nicht so direkt passen wollen.
Problematisch ist dann allerdings die Tatsache, dass „Sublime“ narrativ enttäuschend schwach auf der Brust ist, denn bald verkommt der Film zu einer Aneinanderreihung eigenartiger wie eigenwilliger Ereignisse, die mal mehr, mal weniger phantastisch, mal mehr, mal weniger imaginiert erscheinen. Zum Ende fehlt „Sublime“ dann auch eine echte Klimax, die minutenlange Folterszene mag zwar suppen wie Sau, ein spannendes Finale sieht dann anders aus, ehe dann das überraschend, aber auch leicht unbefriedigende Ende zu von Coldplay inspirierten Tönen kommt.
Tom Cavanagh gibt den Papi in Schwierigkeiten dann aber ziemlich gut und muss den Film auch über weite Strecken alleine tragen. Katherine Cunningham-Eves als Krankenschwester supportet da solide, Lawrence Hilton-Jacobs als Pfleger-Enigma mit dem telling name Mandingo sticht heraus, der Rest vom Cast ist solide, wobei vor allem noch der aus „Veronica Mars“ bekannte Kyle Gallner noch Punkte sammeln kann.
Das Ergebnis haut den Zuschauer dann vielleicht nicht von den Socken, dafür ist dann zuviel Style und zuwenig Substanz angesagt, aber ganz putzig ist Tony Krantz’ Fiebernachtstraum dann doch geraten, wobei die Inszenierung wesentlich stärker als das eher mäßige Script ist.