Batman: Tim Burton
Obwohl ich als Kind eigentlich nur die Zeichentrickserie kannte, interessierte sie mich nie so wirklich, ich hatte aber unmengen an Batman Spielzeugen. Und wie es so ist bei einem Einzelkind das viel Fantasie hat, habe ich mir mein eigenenes Gotham City erschaffen.
Auf die Filme bin ich dann aber auch mal gestoßen. Und ich war ganz begeistert damals. Das liegt allerdings lange zurück, und die Zeiten wo ich Batman Forever mindestens zweimal am Tag geschaut habe liegen nun fast 10 Jahre zurück.
Bei meiner kleinen Batman Review Reise gehe ich natürlich chronologisch vor, natürlich nur die Filme die ich auch gesehen habe.
Tim Burton hat mit Batman ein neues Genre eingeleitet. Batman war die erste aufwendige Verfilmung eines Comics. Und die wohl auch würdigste Adaption von Bob Kanes Kult Comic bis dahin. Was sollte da auch schief gehen, ein verrückter Regisseur mit ausgeflippten Ideen und einen Hang zum düsteren, und in der Hauptrolle ein Psychopath der einen Psychopathen spielt. Mit Jack Nicholson als Joker hatte Tim Burtons Film schon einiges zu bieten und hat eben durch diese düstere Inszenierung auch das Fantasy Genre sehr bereichert.
Der mitlerweile fast vergessene Michael Keaton spielt hier in seiner Paraderolle, er ist und bleibt wohl der Batman mit dem man direkt die Filme in Verbindung bringt. Und Keaton spielt den Dunklen Ritter gar nicht schlecht. Die Story wurde, obwohl ich nur wenige Kenntnisse über den Comic habe sehr gut von Burton umgesetzt. Allerdings wurde hier und da mal was verändert. Burton geht hier nur in kurzen Rückblicken auf Bruce Waynes Vergangenheit ein.
Der erste Teil des Films ist recht düster und ernst gehalten was mir auch sehr zugesagt hat, immer mehr driftete der Film allerdings ins alberne ab. Das lag für mich an den Joker. Die von fast allen geliebte Darstellung von Jack Nicholson als Joker passte mir gar nicht wirklich, so sehr ich Nicholson auch als Schauspieler schätze. Der Mann ist jedoch eine Diva, und so überschätzt er sich in dieser Rolle um Lichtjahre. Nicholson stellt den Joker längst nicht so wahnsinnig und grausam wie im Comic da. Viel mehr wird alles mit ein paar Witzen ins lächerliche gezogen. Das ist leider auch der Grund wieso Batman bei mir scheitert. Erst das Finale wird dann wieder schön in Szene gesetzt. Hier haut Nicholson alles raus was geht, hat er gegen Ende hin auch ganz ordentlich gemacht.
Am Ende bleibt jedoch ein ernüchternder Eindruck zurück. Mit fast zwei Stunden Laufzeit bleibt die Story dennoch irgendwo auf der Strecke zurück. Und da fragt man sich schon ob man das hätte nicht auch in 100 Minuten erzählen können.
Fazit:
Batman ist natürlich ein Klasse Film, auch Heute noch. Er ist halt der Vorreiter für so viele andere gute und schlechte Comicverfilmungen. Da wäre aber mehr drin gewesen. Hätte Burton ein bisschen mehr Fahrt in die Story gebracht und hätte Jack Nicholson, der hier viel mehr sich selbst spielt, den Joker nicht so verfremdet wäre hier sicherlich ein wirklich genialer Film bei rausgekommen.
So muss sich der Dunkle Ritter bei seinem Debüt leider nur mit 7 von 10 Punkte zufrieden geben.