Ein Forscher reist zusammen mit seinem neusten Fund, einem eingefrorenen Mischwesen aus Affe und Mensch, im Gepäck per Zug, doch das Wesen erwacht und hinterlässt eine Menge Leichen unter den Passagieren. Als das Monster erledigt wird, ist das Grauen noch lange nicht beendet und der Horror-Express nimmt ordentlich Fahrt auf.
Wow, was anfänglich wie ein klassischer Horrorfilm beginnt wird mit zunehmender Laufzeit zu einer abgefahrenen Mischung aus Horror, Sci-Fi, Trash und Zombiespektakel. Das Monster räumt zu Beginn unter den Zugreisenden mittels Leuchteauge auf, indem es von den Opfern das Wissen aus dem Gehirn zieht und diese mit erblindeten und blutigen Augen zurücklässt und als es getötet wird wechselt das Wesen den Körper, nistet sich in einem der Passagiere ein und räumt munter weiter auf. Der Zuschauer weiß zwar, wer der "Infizierte" ist, aber es kommt dennoch keine Langeweile auf, denn immer wieder schüttelt das Drehbuch eine Abwechslung aus dem Ärmel, wie die Idee mit der Augenflüssigkeit des Monsters, in der man unter dem Mikroskop gesehene Dinge erkennen kann, dem unerwarteten Auferstehen der bisherigen Opfer, die nun zu todbringenden Zombies werden oder der finalen Erklärung, um was genau es sich bei dem Wesen handelt. Einfach herrlich, die Ideen hätten ohne Weiters für mehrere Filme gereicht.
Der Schauplatz des Zuges (der natürlich nicht angehalten wird *zwinker*) ist gut gewählt und es gibt eine Menge illustre Figuren, wie einen irren Mönch, eine Spionin, einen bestechlichen (Stichwort: chinesischer Händedruck) Schaffner, Blaublüter und Forscher. Schauspielerisch gibt es keine Ausfälle und mit den beiden Horrorikonen Christopher Lee und Peter Cushing auf der Besetzungsliste ist man sowieso immer auf der richtigen Seite. Gegen Ende schaut dann Telly Savalas rein und hat einen kurzen aber effektiven Auftritt.
Apropos effektiv, die Effekte sind auch ordentlich ausgefallen. Es gibt nen Haufen Erblindungen und fulcieskes Augenbluten und für damalige Zeit gelungene Einblicke in geöffnete Schädel. Bei der Anfangsmonstermaske handelt es sich um eine Mischung aus Mumie, Zombie und Fellträger mit bei Bedarf rot leuchtendem Terminatorauge. Dieses Vieh sorgt heute allerdings mehr für unfreiwillige Komik als für kreischenden Horror, aber auf sympatische Art.
Der Film verbreitet die typische 70er Jahre Horrorathmosphäre, die ich sehr schätze und liebe. Die meisten Greueltaten spielen sich im Dunkel ab, denn nur hier kann das Monstrum seine ganzen Kräfte entfalten und so gibt es einige düster-schaurige Szenen.
Insgesamt ist dies ein abwechslungsreiches und ideenreiches Perlchen, dass von Nörglern als konfus und hanebüchen abgestempelt und von Schätzern als phantastischer Genremix angesehen werden kann und allein schon Peter Cushing und Christopher Lee sind das Lösen eines Zugtickets wert.