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Der Wissenschaftler und Anthropologe Saxton findet in der Wüste ein menschenähnliches Fossil, das sehr an Ötzi unserem Gletschertoten erinnert. Der Wissenschaftler ist gewillt, das Wesen mit dem Transsibirienexpress nach Hause zu befördern. Nachdem es am Bahnhof den ersten toten in der Nähe der Box gibt, indem sich der Körper befindet und ein langhaariger, religiöser Fanat vom Teufel spricht, kommen die ersten Zweifel. Natürlich sind die restlichen, überwiegend wohlhabenden Passagiere des Zuges, am Inhalt der Box interessiert. So glauben sie nicht den Aussagen des Wissenschaftlers es sei bloss ein totes Fossil, so wird auch nach kurzer Zeit, im fahrenden Zug die Box geöffnet. Das vermeintlich tote Fossil entpuppt sich als gar nicht mal so tot und bringt den ersten zur Strecke. Willkommen im Horror - Express.

Der Film beginnt noch sehr überzeugend und vielversprechend mit diesen besagten Szenen. Das Make - Up des Wesens, dass irgendwo eine Kreuzung zwischen Zombie, Mumie, Ötzi und Alien ist, ist aufgrund des Alters des Filmes durchaus überzeugend. Die Darstellerriege lässt vorallem Fans des Hammerhorrors das Herz höher schlagen lassen, so konnte man Peter Crushing und auch Christopher Lee für diesen Film engagieren, der in den ersten 20 - 30 Minuten unendlich viel Charme rüberbringt und gute, typische B-Movie Flair mit gehobenen Anspruch versprüht. Szenen, in denen man das Ungeheuer auferstehen sieht, das mit rubinrot glühenden Augen seine Opfer allein durchs Ansehen töten kann und die Opfer mit blutumlaufenden, weissen und leeren Augen umfallen, lassen einem die Kinnlade runterfallen.
Bahnbrechend wie verwunderlich ist auch, als man an dem ersten Opfer, die Schädeldecke entnimmt und das Gehirn obduziert. Wir erinnern uns? Der Film ist von 1972. Was man hier sieht, wirkt aber teilweise professioneller als so mancher neuere Film. Nach der Zeit bringt man viel Übermenschliches ins Spiel, religiöser Fanatismus, der Teufel hier und da und am Ende auch noch Sc-Fi Gelaber. Was will man denn letztendlich. War der Film anfangs erstaunlich dicht, kurzweilig und überraschend verläuft sich dieses Gefühl viel zu sehr in die langatmigen, aufklärenden Gesprächen der viel zu vielen Charaktere, man fliegt irgendwann aus dem Geschehen raus, da es einfach zu belanglos ist und auch extrem langweilt. Konnten am Anfang die Morde des Monsters überraschen, das letztendlich auch noch aus dem All kommt, so wiederholen sich die Morde in gleicher Weise immer und immer wieder. Abwechslung hätte da nicht geschadet, auch wenn dann hin und wieder ein Handlungswechsel kommt und nach dem Tod der Kreatur, die Seele in anderen Fahrgästen weiterlebt und einige der Opfer als Untote auferstehen, kommt der Film aus seiner Ödnis stellenweise nicht heraus. Trotzdem lebt der Film von einer dichten Atmosphäre. Das Ganze erreicht bloss nicht die Qualität derer Filme, bei denen man sicher ordentlich abgekupfert hat. Hammer Horror auf Spanisch klappt daher nur stellenweise, ist aber allemal interessanter und kurzweiliger als so gut wie jeder öde Horrorfilm aus den 90er oder der Jetztzeit.

Fazit:
Anfangs grossartig inszenierter Monster / Untoten Horror, der mit seinem 70er Jahre Charme endlos fasziniert aber allzusehr in langatmigen Dialogen versinkt, dann sich aber wieder durch etliche Handlungsumwürfe halbwegs rausrettet.
Immer noch 7/10

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