Review

So sollen sich also Einzelheiten im Zuge der so genannten „Phoenix Lights“ abgespielt haben.
Während in der Nacht zum 13. März 1997 tatsächlich Tausende von Menschen unerklärliche Lichter am Himmel rund um Arizona beobachteten, will uns dieser Film gar weiß machen, dass sechs Leute einigen Aliens gegenüberstanden.
Gut, man muss „Night Skies“ ja nicht gleich die komplette Story abkaufen, mir persönlich langt da als Motiv bereits „Konfrontation mit dem Unbekannten“, um vages Interesse zu wecken.
Man hätte allerdings weitaus geschickter an die Sache herangehen können.

Denn, aufgebaut ist die Geschichte eher wie die eines typischen Teenie-Slashers, nur dass hier kein Killer umgeht, sondern extraterrestrische Figuren Leute wegbeamen und ihnen per Telepathie etwas vorgaukeln.
Fünf junge Leute sind mit einem auffällig großen Wohnmobil auf einer einsamen Landstraße unterwegs, als der Fahrer wegen eines Mannes mit Autopanne das Steuer verreißt und man am Strommast landet. Dabei wird einer der Freunde lebensgefährlich verletzt, so dass dringend Hilfe herbeigeholt werden muss. Dazu kommt es aber nicht, weil…

Hier haben wir es mit der austauschbaren Besetzung junger amerikanischer Reisender zu tun:
Fahrer Matt ist ein ignoranter Flegel, dem seine Verlobte Lilly noch nicht einmal von ihrer Schwangerschaft berichten kann. Joe ist ein alberner Filmer, dessen Freundin sich jedoch gerne ablichten lässt und schließlich Molly, die ohne festen Freund an Bord ist, weil sie sich ohnehin jeden Dahergelaufenen schnappt. Sie probiert es zumindest bei Robert, dem Typen mit der Autopanne am Straßenrand, dem am ehesten die Heldenrolle zugesprochen wird.
Der war nämlich bei „Desert Storm“ als Sanitäter unterwegs, erlitt übelste Folter während seiner Gefangenschaft, wurde zum Alkoholiker, ist aber seit einigen Jahren wieder clean.
Richard hilft sogleich dem Verletzten und sorgt auch sonst für den notwendigen Antrieb.
Allerdings schwingt in seiner Figur auch etwas Ambivalentes mit, so ein richtiger Sympathieträger handelt im Storyverlauf etwas anders.

So ist die Charakterisierung der wesentlichen Figuren einigermaßen gelungen, doch dabei bleibt es auch erstmal, da außer schwachen Alltagsdialogen lange Zeit nichts Spannendes geboten wird.
Erst knapp nach der Halbzeit wird eine Figur erstmals mit einer Bedrohung konfrontiert. Bis dato gibt es als Anzeichen für ungewöhnliches Treiben lediglich eine Lichtformation am Himmel, die Beobachtungsperspektive der Aliens und einige Grummelgeräusche derselben.
Leider begeht man anschließend wieder den Fehler, die Außerirdischen komplett zu zeigen, wodurch die uneinschätzbare Gefahr verfällt. Manchmal ist weniger mehr, doch hier lässt man die Aliens während der Verbarrikadierung im Wohnmobil auch hin und wieder durch die Scheibe glotzen.

Die Absichten der Eindringlinge zeichnet man aber ziemlich eindeutig: Die sind überhaupt nicht auf Kommunikation aus, sondern von Grund auf böse eingestellt und handeln entsprechend aggressiv. Da wird den Figuren ein Freund halluziniert, auf dass einige ihre Festung verlassen, nur um gleich darauf mit einem grünen Lichtstrahl aus dem Geschehen gesaugt zu werden.
Zudem wickeln sie ihre Opfer in bunte, glitschige, kokonartige Gebilde ein, um später mit ihnen zu experimentieren, - eine durchsichtige Flüssigkeit wird beispielsweise als eine Art Röntgenblick auf den Körper aufgetragen.
Infolgedessen ergeben sich noch ein paar unerwartet harte Szenen, die mit dem Storyverlauf aber nicht so wirklich im Einklang stehen und zudem eine 50er-Jahre-Trash-Atmosphäre erzeugen.
Gestaltet wurden die Aliens aber recht ordentlich, wenn auch klischeehaft, da den gängigen „Phantombildern“ aus paranormaler Lektüre nachempfunden.

Problematisch ist aber das Zusammenspiel zwischen Mensch und Weltall-Wesen, da hier selten Spannung, kaum Bewegung und noch seltener direkte Konfrontationen entstehen.
Da verschanzt man sich zunächst im Wohnmobil, bis die Aliens daran rütteln und die Scheiben zerbersten lassen. Später läuft man zu einer Waldhütte, wo gleiches geschieht, - das bietet nur selten Abwechslung und kaum Tempo.
Danach erfolgt ein Break, wonach eigentlich ein Showdown stattfinden sollte, die Situation aber kräftemäßig eindeutig verteilt ist und sich kaum Möglichkeiten zum Mitfiebern finden.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die jungen Leute noch nicht einmal über Außerirdische debattieren, selbst Begriffe wie Alien oder UFO fallen nicht.

Am Ende steht ein Alienfilm, der wenig Innovatives zeigt, kaum Abwechslung bietet und zudem nicht unerhebliche Logiklöcher bezüglich der Extraterrestrischen einbaut.
Ferner verhauen die Darsteller zwar nicht alles, können innerhalb der bedrohungslosen Zeit aber auch keine Akzente setzen. Nur Jason Connery überzeugt in der Rolle des Richard.
Atmosphärisch ist das über weite Teile okay, aber der Funke will bis zum Schluss nicht so recht überspringen.

Wer sich also das Besondere aufgrund außerirdischer Eindringlinge erhofft, wird wahrscheinlich leicht belämmert dreinschauen, Teenie Slasher Freunde werden möglicherweise vorzeitig einschlafen und Fans paranormaler Erscheinungen sicherlich mehrfach die Stirn runzeln.
Für niemanden ist so richtig etwas dabei, lediglich für knallharte „Akte X – Fans“ findet sich vielleicht noch ein Mulder-Törtchen…
4 von 10

Details
Ähnliche Filme