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Menschen im ewigen Transit, auf Bushaltestellen, Bahnhöfen. Mit monumentalen Tracking Shots, durch das schier endlose Warten der Einwohner, zeichnet Chantal Akerman das wohl eindringlichste Werk über den öffentlichen und privaten Raum einer Stadt seit „L’eclisse“. Es entfalten sich Bilder die einem zugleich vertraut und fremd, fast irreal, erscheinen; während den leisen Frontaleinstellungen, in Wohnzimmern, Küchen, scheint es fast so als hebe der Film einzelne Personen aus den vorherigen Massen heraus, kreiert so zahlreiche Oasen, individuelle Ankerpunkte für den Zuschauer, damit sich dieser in dem Strom der Flüchtigkeiten, dem irregulären Rhythmus der Orte nicht verliert. Ein Reisedokument eines sensiblen und talentierten Künstlers, wie sie es unverfälschter, erkenntnisreicher wohl nicht geben kann.

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