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Nachdem ihre Story, in die sie sechs Monate Arbeit investiert hat, aus der nächsten Ausgabe rausfliegt, kündigt die Enthüllungsjournalistin Rowena Price ihren Job beim New Yorker Chronicle. Kurz darauf trifft sie ihre Freundin aus Kindertagen Grace Clayton wieder, die Rowenas Hilfe benötigt, um sich an Harrison Hill, dem - verheirateten - Leiter einer erfolgreichen Werbe-Agentur, mit dem sie eine Affäre hatte und der ihr nun aus dem Weg geht, zu revanchieren. Als Graces Leiche jedoch ein paar Tage später aus dem Fluss gezogen wird und eine Obduktion ergibt, dass die junge Frau vergiftet wurde, kommt Rowena der Verdacht, dass Hill seine Ex-Geliebte ermordet haben könnte, um seine Ehe zu retten. Mit Hilfe ihres ehemaligen Kollegen Miles, der sich auf Computer-Hackereien versteht und mehr oder minder heimlich in Rowena verschossen ist, schleicht sie sich in Hills Firma ein und spioniert ihrem neuen Chef nun auf eigene Faust nach... und bringt sich, je mehr sie sich mit ihm einlässt, zunehmend selbst in Lebensgefahr... "Verführung einer Fremden" ist einer der - im wahrsten Wortsinn - allerletzten Ausläufer der durch "Basic Instinct" initiierten 90er Jahre-Welle von Erotik-Thrillern, der 2007 wirklich viel zu spät dran gewesen ist, um auf diesem Feld noch irgendwas zu reißen... selbst, wenn er ein nicht so gänzlich beschissener Film wäre. Hier sollen Oscar-Preisträgerin Halle Berry und Bruce Willis nun also die namhaften Zugpferde geben und dem Publikum erneut eine abgeranzte und rückblickend betrachtet (dank behindertem Schluss-Twist!) auch ziemlich sinnlose Handlung verkaufen... wobei man zumindest bei Willis ja angenommen hätte, dass er nach "Color of Night" Abstand von solchen Stoffen halten würde. Okay, ich persönlich mag den besagten Razzies-Flop ja sogar etwas mehr als so manch anderer Rezensent und bin was das angeht eventuell ein wenig voreingenommen, aber gegen "Verführung einer Fremden" hat selbst der völlig unterirdische "Body of Evidence" noch so seine Qualitäten: Zumindest mal die damals noch ausziehwillige Madonna, die die alten Knacker totvögelt... hier hingegen stirbt man höchstens vor Langeweile! Die Chose liefert weder Nudity noch explizite Sex-Szenen und auch definitv keinen irgendwie gearteten Thrill und ist damit zwar ausreichend trashy für ihr Sujet, aber leider nicht auch ausreichend unterhaltsam, um über sämtliche Handlungs-Defizite hinwegzusehen. Für Regisseur James Foley, der bereits mit seinem "Fear - Wenn Liebe Angst macht" auf Genre-Terrain ziemlich hart gescheitert ist, hat das Ganze dann auch nur die Richtung vorgegeben, die seine Karriere in ihrer Spätphase noch nehmen sollte, denn im Anschluss kamen da nur noch zwei "Fifty Shades of Grey"-Streifen und Gehirnkrebs. Fazit: "Verführung einer Fremden" verführt einen höchstens zum Umschalten.

2/10

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