Vom Winde verweht ist Edelkitsch wie er im Buche steht und in einigen Punkt nicht mehr Zeitgemäß, dennoch aber einen Blick wert.
1861, kurz vor Beginn des Sezessionskrieges: Die auf der Baumwollplantage Tara bei Atlanta aufgewachsene Scarlett O’Hara ist verliebt in Ashley Wilkes, den Erben der Nachbarplantage Zwölf Eichen. Sie erfährt, dass sich Ashley mit seiner gutmütigen und stillen Cousine Melanie Hamilton verloben will. Auf einem prunkvollen Gartenfest in Zwölf Eichen versucht sie Ashley dazu zu bringen, sie selbst statt Melanie zu heiraten.
Auf dem Fest lernt Scarlett auch Rhett Butler aus Charleston kennen, der von seiner Familie wegen eines Skandals verstoßen wurde und einen schlechten Ruf hat – auch weil er sich traut, unbequeme Wahrheiten wie die Unterlegenheit der Südstaaten gegenüber den Nordstaaten auszusprechen. In das Gartenfest platzt die Nachricht, dass Lincoln den Südstaaten den Krieg erklärt hat. Nach dem Fest ziehen die überwiegend kriegsbegeisterten Südstaatler freudig hinaus in den Bürgerkrieg. Nun folgt der Film bzw Zuschauer den beiden Hauptfiguren durch den Sezessionskrieg sowie der anschließenden Reconstruction-Ära....
Mit sichtbar viel Aufwand umgesetzt, verlangt die Adaption vom gleichnamigen Roman von Margaret Mitchell, den Zuschauer einiges ab. Vor allem das Sitzfleisch wird mit 220 Minuten (ohne Ouvertüren) ordentlich gefordert, zumal Spannung nur teilweise aufkommt. Zudem sind beide Haupt Charaktere vor allem anfangs höchst unsympathisch, trotz der überzeugenden Leistung von Gable und Leigh. Auch hat das Mammutwerk die Zeit nicht gut überdauert, wobei hierbei nicht die heutzutage deutlich zu erkennenden Matt Pattings gemeint sind.
Die Romantisierung der Sklaverei und vor allem die teils vor Kitsch triefende Dialoge stören wesentlich mehr, auch wenn zumindestens die Wortgefechte zwischen O'Hara & Butler teils amüsant sind.
So reicht es 6 Punkte im ganzen für einen opulenten, teils mit wunderschönen Bildern ausgestatteten Schmachtfetzen, der seinen Klassiker Status weiterhin für sich beanspruchen kann, trotz signifikanten Schwächen ohne Zweifel.