Leicht, aber nicht seicht. Die erste Gaylord-Verfilmung.
Die Lektüre der Gaylord-Bücher von Malpass (verfilmt wurden von sieben nur die ersten zwei) war so kurzweilig, dass ich mir den ersten Film, zuletzt gesehen irgendwann in den frühen Achtzigern (und als Kind natürlich nicht ganz erfasst), noch mal zu Gemüte führte.
Die James Last-Melodie der Filmmusik nervte damals im Radio, heute bewertet man sie eher sentimental und sie hat auch unbestritten eine hohe Qualität.
Die Rollen sind gut besetzt. Die junge Diana Körner als Becky - ideal. Agnes Windeck ("Die Unverbesserlichen") als Großtante Marigold - perfekt. In Nebenrollen Herbert Bötticher und Rolf Zacher. Und der Gaylord-Darsteller enttäuscht auch nicht, das ist fast das Wichtigste, wenn man die Bücher kennt.
Das Ganze souverän zusammengefügt von Kurt Hoffmann, einem der besten deutschen Regisseure des gehaltvollen Unterhaltungsfilmes, der auch Klassiker wie "Quax, der Bruchpilot", "Drei Männer im Schnee" oder die unübertroffenen "Spessart"-Filme gedreht hat.
Leicht, aber nicht seicht - wie Malpass' Bestseller, so auch Hoffmanns Verfilmung; ernste Untertöne und der eine oder andere bedrohliche Moment werden nicht ausgespart.
So manche inszenatorische Freiheit hat er sich natürlich herausgenommen, gemessen am pointiert geschriebenen Roman sicherlich nicht immer zum Vorteil. Das dezent Britische der Vorlage ist dabei ein wenig verschütt' gegangen, das war aber zu befürchten, bei einer deutschen Produktion, die auch nicht vorgibt, in England zu spielen.
- Dennoch, ein schöner, nun sentimental stimmender Film, aus längst vergangenen Tagen (1968).
Der Gaylord-Darsteller beider Filme, Archibald Eser, war übrigens danach nie wieder auf der Leinwand oder im Fernsehen zu sehen. Nach schlechten Erfahrungen infolge seines Ruhmes als Kinderstar, nahm er keine Filmangebote mehr an.