Review

„Sie haben ja verdammt kalte Hände! Was sind sie? Anwalt?“ – „Nein, ich vermute, ich bin tot.“

Eigentlich teilen Zombies und Zombiefilme das gleiche Schicksal: Sie sind schwer tot zu kriegen.
Mit „Dead an Deader“ taucht ein weiterer, erstaunlicherweise fürs TV gedrehter Beitrag auf, der sich zwar nicht allzu ernst nimmt, aber recht routiniert inszeniert wurde.
Und innerhalb dieses Subgenres ist es mal wieder richtig wohltuend, auf derbe und zugleich rein handgemachte Effekte zu stoßen.

Wie so oft bewegt man sich dabei storytechnisch auf ganz dünnem Eis: Eine militärische US-Sondereinheit wird in Kambodscha mit einem Virus infiziert, alle gehen drauf. Doch bevor man Lt. Bobby Quinn (Dean Cain) in der heimatlichen Militärbasis obduzieren kann, wacht dieser auf.
Im Gegensatz zu seinen Kameraden kehrt er zwar ohne Herzschlag zurück, behält aber, bis auf die unkontrollierbare Lust auf Fleisch, seine menschlichen Züge.
Gemeinsam mit dem Koch Judson (Guy Torry) und der Bardame Holly (Susan Ward) versucht er, seine ehemaligen Kameraden aufzuspüren und zu vernichten, denn jeder Gebissene verwandelt sich ebenfalls umgehend in einen blutrünstigen Untoten.

Angenehm flott geht das Geschehen vonstatten, da man recht zügig die Schauplätze wechselt und nur selten eine längere Pause ohne Zombieangriffe entsteht.
Da man sich ständig auf der Flucht vor Militäreinheiten und Cops befindet, streift man eine Bar, begegnet einem Bestatter, der über Kopfhörer „Black Sabbath“ hört, gerät in Gefangenschaft eines dubiosen Forschers und kehrt letztlich zum Ausgangspunkt der Militärbasis zurück, mit noch mehr Untoten und steigendem Goregehalt.

Dabei erscheint das Buddy-Team recht sympathisch und Holly, die ein wenig später zu den beiden stößt, verleiht dem Gespann eine leicht erotische Note.
Aus den Dialogen ergeben sich zuweilen humorvolle Momente, zwar keine Schenkelklopfer, doch es entsteht eine erheiternde Grundstimmung, die durch zahlreiche Filmzitate angereichert wird, auch wenn diese zuweilen etwas forciert untergebracht wirken.
Diskussionen über den besten Bond-Darsteller gibt es ebenso wie Anspielungen auf „Bullitt“, „Star Wars“, Michael Bay und „Dawn of the Dead“ (Original und Remake).

Ferner können die Effekte überzeugen, die völlig ohne CGI auskommen. Man findet diverse Enthauptungen, Arm aufschneiden, verschiedene Fressszenen, Arme ausreißen und zahlreiche Kopfschüsse. Dabei fließt das Blut nicht übermäßig, doch qualitativ kann sich das Ganze, ebenso wie das Make-up der Zombies, sehen lassen.

Bleibt unterm Strich also ein kurzweiliger Zombiestreifen, der ein ordentliches Tempo, brauchbare Action-Szenen und einen lockeren, manchmal auch selbstironischen Grundton liefert.
Aufgrund der simplen und überraschungsfreien Story zwar im Gesamtbild nicht sonderlich markant, aber eben recht unterhaltsam.
Knapp
7 von 10

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