Der aus dem Ende der 80er Jahre stammende "Der Blob" ist ein gelungenes Remake, das seinen Charme vor allem aus dem Mix von (fast durchgängig) feinem, bösem Humor und den wirklich gutgemachten F/X und Splatterszenen gewinnt.
Schon das Intro läßt Erinnerungen an die "Alien" - Reihe oder "Das Ding aus einer anderen Welt" wach werden - mit diesen Filmen hat "Der Blob" jedoch nur bedingt Gemeinsamkeit: Ausserirdischer Invasor (in diesem Falle eine lilafarbene, glibbernde Masse) vs. Menschheit.
Eine atmosphärische (mit unheilsam - bedrohlicher Musik untermalte) Kamerafahrt durch die Galaxie endet nach Durchbruch der Wolken auf der Erde - irgendeine amerikanische Kleinstadt...die Kamera fährt durch die menschenleeren Straßen. Während den letzten Credits: Bilder rund um eine Kirche; Ende der Sequenz auf einem Friedhof. Abrupter Tonwechsel, denn nebenan liegt gleich das Stadion, wo gerade ein Footballspiel stattfindet. Und neben den Bällen inmitten des Feldes sind es auch meist die Bälle der Cheerleader, die den Reiz für die Spieler ausmachen. Da werden uns die beiden ersten Charaktäre vorgestellt: der junge Footballer Paul: gutaussehend + attraktiv, aber sympathisch. Mit dem weiblichen Gegenstück (Cheerleader Meg) verhält es sich genauso. Sie beide werden nachher mit einem anderen Jugendlichen (Scott) mit die ersten sein, die die Bekanntschaft mit dem Blob machen. Doch der erste ist ein alter Dosensammler. Diesem fliegt ein Meteor über den Kopf hinweg in den Wald und zerberstet bei seinem Aufprall. Natürlich muss der Alte mit einem Stock in dem Meteor herumpieksen und zieht einen schleimigen Ball raus, der mit einer Kindertellerportion Wackelpudding verglichen werden könnte: der Blob. Batsch ist das Ding an, dann Bestandteil seiner Hand. Auf des Penners Odyssee durch den Wald begegnet er dem proletenhaften Scott. Dieser will ihm nur helfen, doch der Opa rennt auf die Strasse - just vor das Auto von Meg + Paul. Als sie ihn zu dritt ins Krankenhaus bringen, ist dies erst der Anfang...denn ausser dem Blob gefährdet noch das Militär die Bevölkerung. Dieses ist schuld am Blob, der einst eine kleine Bakterie ins geschossene Weltall war - Ziel: die ultimative Waffe...
"Der Blob" ist eine wirkliche Perle unter den Horrorfilmen der 80er und der SF-"Shocker". Mit viel Liebe zum Detail und einer wirklich erfrischenden Atmosphäre gelingt es dem Film, seine Sympathien auf sich zu lenken. Zwar ist die Story insofern bekannt, daß es sich hier um das Remake vom "Blob, Schrecken ohne Namen" von 1958 handelt, aber genau wie "Das Ding aus einer anderen Welt" darf man fast sagen, daß das Remake besser als Original ist. Sicherlich liegt es daran, das die beiden neueren Filme mit einem aufwarten können: zeitgemäße, optisch blutigere und atmosphärisch verstärkende F/X.
Denn auch "Der Blob" darf mit einer Vielzahl gelungener F/X aufwarten. Der Blob selber ist nach wie vor "wackelpuddingartige Substanz", bewegt sich aber passabel fort, was selten billig aussieht. (Abgesehen von den CGI Effekten gegen Ende).
Diese Effekte werden durch Spielmittel wie der "Ich-Kamera" etwas kaschiert, aber gerade diese Kamera fängt tolle Bilder ein. So wird die Geschichte dicht erzählt und hat einige Überraschungsmomente und Schocks parat - vorzugsweise mit einem Schuß schwarzen Humors: Footballspieler und Mädel im Auto, Parkplatz ein lauschiges Plätzchen im Wald. Im Kofferraum hat der Chauvi eine komplette Cocktailbar, mit der die Tuse abgefüllt wird. In einem unbeobachtetem Moment flitzt der Blob in das Auto. Als der Typ wiederkommt denkt er, sie ist hacke und pennt. Nach und nach öffnet er die Bluse, wobei er sein Treiben zynisch kommentiert und ihr an den Busen greift, woraus Tentakel schiessen..
Und solch ein Humor zieht sich durch den ganzen Film. Dabei ist er selten peinlich; die F/X mildert er so etwas ab. Und die können sich für so einen Film sehen lassen. Zwar gibt es erst nach 25 Minuten die erste Szene, doch als der Blob etwas gewachsen ist, geht es Schlag auf Schlag. So steigert sich die Anzahl von Opfern und Effekten. Dabei geht der Blob äußerst kreativ zugange, auch wenn manches nicht ganz gezeigt wird, wohl aber die zugerichteten Opfer. Aber die zu sehenden F/X gleichen es aus, auch wenn diese im Mittelteil ein wenig zu kurz kommen.
Leider ist dieser Mittelteil mit dem Militär etwas zu dialoglastig und trägt zwar Handlung, dadurch leidet der Film dann aber an F/X und Humor. Dennoch kann er (der Mittelteil) aber mit einem tollen Abspru...schluss aufwarten, der sehr actionreich ist. Der Schluß wiederum wiegt alles auf - ein wirklich tolles Finale zwischen den Überlebenden und der Bazille; mit einer bösen Schlußpointe!
Es sind wirklich keine bekannten Darsteller, aber dennoch: wirklich gute Darstellung ihres Charakters.Sehr spielfreudig und öfters mal - wie der Film - leicht selbstironisch. Gut besetzte Rollen, auch die kleinen Nebenrollen.
Fazit: Buntes SF-Spektakel voller Humor, FX und Atmosphäre!