William T. Kolderup, der reichste Mann Amerikas, hat für 5 Millionen Dollar eine abgelegene Pazifikinsel ersteigert. Er schickt seinen Neffen Jeff Morgan zusammen mit seinem Lehrer Professor Thomas Artelect auf eine einjährige Weltreise, um vor seiner Hochzeit mit Meg erfahrungen zu sammeln, doch das Boot wird von Monstern angegriffen und explodiert, Jeff und Thomas können sich in letzter Sekunde retten und stranden auf einer wilden Insel. Neben Kannibalen gibt es auf der Insel auch Dinosaurier und andere Monster sowie einen Goldschatz, den sich skrupellose Piraten aneignen wollen.
Reise zur Insel des Grauens ist eine sehr sehr freie Jules Verne Adaption, die zu einem Abenteuer/Fantasyfilm aufgepeppt wurde. Der Spanier Juan Piquer Simon machte daraus ohne nennenswertes Budget einen wilden Mix aus Robinson Crusoe, die Schatzinsel und beliebigen Billig Monsterfilmen aus den 50er und 60er Jahren. Zielgruppe ist, trotz des furchteinflößenden Filmtitels (lol), eher die jugendliche Abteilung so etwa von 10 bis 14 Jahren. Dank der FSK 12 Freigabe sind gröbere Härten oder überhaupt ein einziger Blutstropfen naturgemäß Fehlanzeige.
Immerhin nimmt sich der Film selbst nicht so wirklich Ernst, das ist am besten natürlich zum einen an den Monsterkostümen erkennbar, die eher Heiterkeitsausbrüche auslösen. Diese bestehen meist aus billigen Gummianzügen oder angeklatschte Algen, haben selbstverständlich keinerlei Mimik und natürlich die Agilität einer durchschnittlichen Osterinselstatue. Zum anderen ist da noch der Charakter des trotteligen, weinerlichen Hauslehrers, der auf die Dauer reichlich nervt, da er ausschließlich für die Kalauerabteilung des Films zuständig ist und dabei jede mögliche Overacting Skala mühelos sprengt.
Schauspieltechnisch herrscht dabei bestenfalls unteres Mittelmaß vor, die topgebillten Stars Peter Cushing, Terence Stamp und auch Spaniens Horrorikone Paul Naschy haben lediglich bessere Gastauftritte, während die Hauptlast des Films auf den schmalen Schultern eines jugendlichen Hänflings und seinem Begleiterclown liegt. Das Drehbuch gewinnt auch keine Originalitätspreise, die Gruppe hangelt sich von Episödchen zu Episödchen und dabei von einem Logikloch zum nächsten selbigen. Immerhin hat der Scripter vor der Erfindung der Ego Shooter Generation die unlimited Ammo Cheat Funktion erfunden, nachladen wird eh überbewertet. Und wie man allein aus Bambus und Holzstöcken eine Pfeil-Tommy-Gun bauen kann wüßte ich auch mal gerne, falls mal Staubsaugervertreter oder Zeugen Jehovas vor der Tür stehen.
Trotzdem kann der Film einen Heidenspaß machen, entweder man ist im oben genannten Alter oder hat ein Faible für gelungenen Trash. Reise zur Insel des Grauens ist doof, ist albern, hat einen blöden Plotwist am Ende, aber er weiß zu unterhalten. Ich fands gut.
6/10