Review

Hannibal Rising... Der Titel haute mich schonmal
nicht wirklich von Hocker, aber da ich "Schweigen der Lämmer, Roter
Drache und Hannibal"
recht gut fand, dachte ich mich, um die ganze
Serie zu komplettieren kann es nicht schaden, "Hannibal Rising"
im Kino zu erleben.



Leider wurde ich doch sehr enttäuscht. Hannibal Lecter steht und fällt einfach
mit Anthony Hopkins, der in einfach genial und unnachahmlich diabolisch
verkörpert hat. Garpard Ulliel fehlt einfach jeglicher Flair und Charisma um
den Kannibalen Lecter wie Hopkins charmant wie grauenhaft darzustellen.
Es
springt einfach nicht der Zynismus und die Intelligenz des eigentlichen Lecter
Charakters über. Gut, Hannibal reift in den späteren Jahren, aber etwas mehr
davon hätte "Hannibal Rising" sicherlich sehr gut getan. Zudem
hat Ulliel wenig Ähnlichkeit mit Hopkins, was dem ganzen Film nicht besonders
gut tut. Man vergleicht natürlich immer wieder mit Hopkins, und das
sollte man auch ruhig tun können. Ulliel hat eher mit der Lecter Darstellung
von Brian Cox in Manhunter parallelen. Wem das aber nicht stört, der
wird seinen Gefallen an dem jungen Franzosen finden. Mir persönlich ist er
einfach nicht "irre" genug, um Hannibal the Cannibal
zu verkörpern. Er bemüht sich stehts, wirklich wahnsinnig zu gucken, aber das
gelingt ihm nur phasenweise.



Zur Story und der Erzählweise werden viele das Wort "langweilig"
verwenden. Okay, stellenweise hab ich mich sogar beim gähnen erwischt, aber so
schlimm fand ich es nun nicht, das ich dem Film ein absolut vernichtendes
Urteil geben würde. Er ist zweifelsohne etwas zu langatmig geraten, und das
Finale auf dem Hausboot ist zu belanglos und harmlos ausgefallen.



Interessant und gut gefilmt fand ich die Anfangssequenzen des Nazi-Einmarsches
in Litauen, dem Heimatland Hannibals.



Wenn man einem "Hannibal Lecter-Film" schon eine FSK 18 verleiht,
dann sollte man sich auch auf böse, brutale Mordszenen verlassen können, aber
jene, wie sie hier aufgetaucht sind, sieht man heutzutage in den 20 Uhr
Nachrichten bei den öffentlich-rechtlichen täglich.



Neben der Darstellung von Ulliel würde ich dem Film als größstes Manko die
fehlende Spannung vorwerfen. "Hannibal Rising" vermag es
einfach nicht, den Zuschauer zu fesseln..



Fazit:



Ich war leider ziemlich enttäuscht, da ich (wie viele andere anscheinend auch)
einfach viel viel mehr erwartet habe. Demnach gibt es leider nicht mehr als
größzügige 4,5 Punkte aus Ehrfurcht vor einem der diabolischsten Kino-Killer
aller Zeiten.



4,5/10

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