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Das Jahr 2007 steht ganz im Zeichen der Fortsetzungen. Die Fans wollen immer wieder neue Geschichten von ihren Film-Helden vorgesetzt bekommen und belohnen die Industrie dankend mit ihrem Geld. Doch dabei kommen durchaus auch gute Werke raus.
Während sich Rocky in "Rocky Balboa" noch einmal die Ehre gibt und erneut in den Ring steigt, muss der Pirat Jack Sparrow in "Fluch der Karibik 3" neue Abenteuer bestehen. Nun fühlt sich ein weiterer Veteran seines Fachs dazu berufen zurück zu kehren.
Die Rede ist von Dr. Hannibal Lecter.
16 Jahre ist es nun her, da hatte Sir Anthony Hopkins aka Dr. Hannibal Lecter seinen ersten großen Auftritt in "Das Schweigen der Lämmer". Das noch zwei Fortsetzungen mit "Hannibal" und "Roter Drache" folgen mussten war absehbar. Nun im Jahre 2007 wurde uns stolz das Prequel zur großen Erfolgsstory präsentiert, die das "moderne Publikum" aus den Socken hauen sollte. Hierbei bekamen wir die Beweggründe und die Jungend des Serienkillers näher gebracht. Dabei hinterließ der Jungdarsteller Gaspard Ulliel einen wirklich guten Eindruck, auch wenn er dem Altmeister und einzig wahren Dr. Lecter, Anthony Hopkins, natürlich nicht das Wasser reichen kann.
Als Kind verlor er früh seine Familie, und wuchs dann bei seiner Tante Lady Murasaki auf. (Klasse gespielt von Gong Li)
Angetrieben von neuer Kraft findet er wieder einen Sinn in seinem Leben. Doch schon bald soll der junge Mann seinen ersten bestialischen Mord begehen. Dieser ist dann brutal mit seinen blutigen Bildern in Szene gesetzt. Doch wer hier ein Splatter-Filmchen erwartet dem sei gesagt das er hier ohnehin falsch sitzt und sich lieber ein Ticket zur Vorstellung zu SAW III kaufen sollte. Denn das was man geboten bekommt ist zwar ordentlich, doch die Gore-Hounds werden nicht auf ihre Kosten kommen.
Ich muss dazusagen das es dem Film aber eher gut getan hat auf solche Belanglosigkeiten zu verzichten und sich eher auf das Eigentliche, nämlich die Handlung konzentriert. Diese wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Wenn Hannibal mit seinen Feinden nacheinander abrechnet geht es stellenweise sehr martialisch und sadistisch zu. In diesen Szenen weiß unser Herr Ulliel am meisten zu gefallen. Mit seinen eiskalten Geschitszügen und zynischen Onelinern gibt er ein beängstigendes Bild ab. Zudem werden uns ärgerliche Klischees erspart wie man sie vielleicht aus anderen Horrorfilmen kennt. Im Allgemeinen wirkt der Film sehr eigenständig, was mich doch aufgrund der hohen Anzahl von Prequels im Sektor Horrorfilme sehr positiv überrascht hat.

Fazit:
Ich muss sagen das ich wirklich kein Fan von Prequels bin, da sich meistens die Produzenten auf das große Geld fixiert haben und dann das abgestumpfte Publikum mit sinnlosen Aneinanderreihungen von Gewaltszenen vertröstet, wobei die Story viel zu kurz kommt. Sicherlich ein erschreckender Trend, der beim oben genannten "modernen Publikum" immer weiter zunimmt, da pure Gewalt anscheinend mehr honoriert wird als eine ausgeklügelte Story. Aber ich möchte jetzt nicht weiter meinem Unmut Ausdruck verleihen...
Denn die Geschichte um Dr. Hannibal Lecter ist wirklich interessant. Der verstörende Alptraum sowie die düsteren und dreckigen Bilder zeugen von einer dunklen Atmosphäre. Es ist wirklich erstaunlich wie mich dieser Film in seinen Bann gezogen hat.

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