Alle Kurzkommentare


5

Es ist das alte Lied mit den Prequels: Weil wir den Ausgang der Vorgeschichte bereits kennen oder erahnen können, schmälert das die Wirkung und Notwendigkeit eines solchen Films schon von vornherein erheblich. Jungschauspieler Gaspard Ulliel ist als sadistischer Menschenfresser im Studentenalter sogar überraschend stark, nur die simple Rachefeldzugstory, in die er gesteckt wurde, ist nicht sonderlich interessant, auch nicht aus psychologischer Sicht. Das aus der Biografie des realen Serienmörders Andrej Chikatilo entlehnte Motiv des verspeisten Geschwisterchens wurde zu banal umgesetzt. Und was soll der esoterische Subplot mit der Asiatin? Der junge Hannibal ist doch nicht Karate Kid! Das alles trägt zur Entmystifizierung des kultivierten Kannibalen bei, auch wenn es an der stilvollen Inszenierung und der Regie wenig zu bemängeln gibt.

8

Hannibal Rising funktioniert prächtig unabhängig von den anderen Filmen der Reihe. Der Film kommt optisch einwandfrei daher. Die Schauspieler spielen durch die Bank ihre Parts glaubwürdig undüberzeugend. Gerade der Hannibal-Darsteller überzeugt mit seiner sehr guten Performance. Die Storyline an sich bietet Spannung bis zum Ende, und das will bei einer Laufzeit von 120 Minuten schon etwas heißen. Natürlich gibt es die ein oder andere logikarme Szene. Dies schmälert allerdings den Unterhaltungswert des Thriller-Dramas nicht.

7

Hannibal Rising erzählt die Geschichte von Hannibal Lectors Kindheit und Jugend. Im Vergleich zu den anderen Lector-Filmen und besonders dann, wenn Anthony Hopkins den einzig wahren Hannibal Lector für einen verkörpert, scheint der Film eher nicht so gut gelungen. Für sich allein genommen und objektiv betrachtet, ist der Film jedoch gar nicht so übel und bietet neben einer interessanten Geschichte auch viele nette Szenen. Auch spielt der junge Lector-Darsteller seine Rolle sehr überzeugend. Insofern von mir 7 von 10 Punkte.

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