Review

Alien³

Ex-Videoclipfilmer David Fincher, der mit "Alien 3" sein Regiedebut abgeliefert hat, besinnt sich in seiner Version auf den ersten Teil der Reihe und bricht mit James Camerons actionlastiger Fortsetzung.

Zunächst ist festzustellen, dass Bishop, Hicks und Newt (die Überlebenden des zweiten Teils) zu Beginn von Teil drei tot sind. Nur Ripley hat den Absturz auf den öden Gefängnisplaneten Fiorina 161 überlebt. Es gibt nur ein Alien, keine Waffen und der Film ist insgesamt wieder düsterer und brutaler als "Aliens". Der abgefangene Funkspruch am Ende zitiert Ridley Scotts "Alien" sogar wörtlich. Dass Fincher sich also in Scotts und nicht Camerons Tradition stellen wollte, ist offentlich.

Dennoch hat Fincher der Reihe eine neue Optik gegeben, die sich zwar an "Alien" anlehnt, aber noch dreckiger und düsterer ist. Anders als bei "Aliens" setzt die Atmosphäre wieder mehr auf reine Spannung und ebenfalls anders als bei dem direkten Vorgänger kann man nicht unbedingt sagen, wer als nächstes stirbt. Trotzdem erreicht der Film nicht durchgänig das hohe Spannungsniveau des ersten Teils und kommt erst gegen Ende richtig in Fahrt.

Die Exposition ist bei "Alien 3" wieder deutlich länger und die Spannungen unter den Charakteren rücken in den Vordergrund. Vor allem Ripley ist in dem von Männern dominierten Gefängnis lediglich geduldet. Ihre Weiblichkeit tritt bei Finchers Film also noch mehr in den Vordergrund, eine (elliptische) Liebesszene mit dem Gefängnisarzt bildet den Höhepunkt in Ellen Ripleys Weiblichkeitsgeschichte. Die meisten der Insassen sind mehr als ausreichend skizziert und zeigen eine eigene Persönlichkeit, die Religion der Männer bleibt allerdings unscharf im Hintergrund: "Irgendwas apokalyptisches, das auf dem christlichen Glauben beruht", bekommt Ripley gesagt.

Einige grauenerregende Momente, etwa Ripleys erste Begegnung mit dem Alien, und der sehr düstere Grundton in Story und Bildern lassen "Alien 3" zu einem überaus sehenswertem SF-Horror-Film werden. Die Rolle der Gesellschaft wird im dritten Teil am meisten beleuchtet, das Finale setzt einen furiosen Schlusspunkt unter die Reihe und bildet einen gelungenen Auftakt für David Finchers Oeuvre.

8/10 Punkten.

"Alien 4" ist tot, er ist in den Verbrennungsöfen von Fiorina 161 gestorben. Ende der Durchsage.

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