Alien 3 versucht, der Tradition von James Cameron zu folgen und alles anders zu machen, als sein Vorgänger. Soviel vorweg: Was James Cameron glänzend gelungen ist, geht hier meiner Meinung nach gründlich in die Hose, weshalb ich Alien 3 als den schwächsten Teil der Serie ansehe.
Alien 3 spielt auf einer Sträflingskolonie, und wir haben es hier wieder mit nur einem Alien zu tun. Die Sträflinge sind sich selbst überlassen und stehen unter keiner lokalen Aufsicht, sie haben im Gegenzug jedoch in den Schmelzanlagen der Kolonie zu arbeiten. Vom Prinzip her bietet dieses Setting reichlich Platz für ausgefeilte Charaktere, psychologische Schockmomente und darstellerische Leistungen. In der Praxis ist von all dem leider nicht viel zu sehen. Die Charaktere bleiben oberflächlich, ansatzweise vorhandene Ideen werden nicht ausgearbeitet, und der Horror hält sich in starken Grenzen. Man merkt ganz deutlich, dass sich für Alien 3 insgesamt zehn Drehbuchautoren die Klinke in die Hand gegeben haben - und anscheinend hat niemand etwas davon gehalten, die Ideen seiner Vorgänger weiter auszubauen. David Fincher, dessen Regiedebut Alien 3 darstellte, war mit dieser Situation anscheinend überfordert.
Erstmalig wurde das Alien in diesem dritten Teil nicht mehr durch Menschen in Puppenkostümen dargestellt, sondern digital animiert. Aus das ist meiner Meinung nach voll in die Hose gegangen.
Was wirklich neu ist: Fincher hat versucht, in seinem FIlm mehr über die Natur der Aliens und vor allem über deren Beziehung zu ihrer Umwelt darzustellen. So ist die Beziehung zwischen Ripley und dem Alien diesmal eine ganz spezielle. Doch auch hier hätte man weitaus mehr aus der Story machen können. Das Ende, das ursprünglich das Ende der gesamten Alien-Trilogie darstellen sollte, ist dann auch entsprechend "endgültig" und bietet dann auch noch eine interessante kleine Endszene zwischen Ripley und "ihrem" Alien. Das war's dann aber auch schon. Alles andere sind alte Bekannte: 10-kleine-Negerlein-Prinzip, dieses Mal jedoch nicht in aller Konsequenz umgesetzt, angedeutete Nebenhandlungen, die ebenso abrupt enden, wie sie begonnen haben, die Jagd von Menschen auf das Alien/ Jagd vom Alien auf die Menschen, visuell wieder düster, rostig und grottig wie im ersten Teil - Alien 3 bietet leider nichts neues und wirkt so zerstückelt, wie es seine Entstehungsgeschichte bereits erahnen ließ. Sehr schade.