Frieden schaffen ohne Waffen
Eins vorweg: ich versuche bei meinen Bewertungen nicht, so objektiv wie möglich zu sein. Letztlich ist es meiner Meinung nach sowieso reine Geschmackssache, was einem gefällt und was nicht. Die Bewertung mit 5 Punkten bedeutet, dass ich den Film insgesamt nicht schlecht fand, aber auch nicht wirklich gut, vor allem im Vergleich zu den ersten beiden Teilen. Alien 1: hat mir sehr gut gefallen, sehr gruselig, zu Recht ein Klassiker, 10 Punkte. Einziger (letztlich vernachlässigbarer) Fehler: manchmal erschien es mir so, als ob die Crew-Mitglieder doch etwas vorsichtiger sein sollten, als ob sie die Gefährlichkeit des Aliens unterschätzen würden, auch nachdem sie schon gesehen haben, was es anrichten kann. Alien 2: Viel Action, insgesamt gelungener Film, aber nicht so gruselig wie der erste Teil. Und: wer würde schon freiwillig ohne Schutzkleidung in den Kampf gegen Säure verspritzende Monster ziehen? O.k., die Säure würde sich zwar früher oder später durch die Schutzkleidung fressen, aber mit Schutzkleidung hätte man doch eine größere Überlebenschance. Und von der Handlung her meiner Meinung nach zum Teil dem ersten Teil zu ähnlich, z. B. was das Ende angeht. Aber immer noch 8 Punkte.
Aber jetzt (endlich) zu Alien 3: Ich hab irgendwo anders eine Kritik gelesen, in der stand, dass der Film eine nicht besonders gelungene Mischung aus den ersten beiden Teilen sei. Meiner Meinung nach stimmt das. Es fängt so ähnlich an wie bei Alien 1 - weniger Action, mehr Grusel - aber das hat man ja schon (besser) im ersten Teil gesehen. Später kommt dann mehr Action, da ähnelt der Film dann mehr Alien 2. Und dieser Teil des Films ist meiner Meinung nach in weiten Teilen nicht gelungen. In Alien 2 ging es ja richtig zur Sache, viel Geballer, aber hier läuft es im Vergleich dazu irgendwie eher nach dem Motto "Frieden schaffen ohne Waffen". Die Action besteht hauptsächlich daraus, dass die Kämpfer durch Gänge laufen, das zieht sich sehr in die Länge. Und man weiß die ganze Zeit fast nie, wo sie sich gerade befinden. Das fand ich verwirrend, nicht spannend. Und diese Sequenz ist nicht nur nicht besonders gut, sondern dazu (wie bereits erwähnt) auch sehr lang. Das ganze kam mir nach einer Weile so billig vor, dass ich ein wenig lachen musste, was mir beim schauen von Horrorfilmen sehr selten passiert. Bei einem trashigen Film kann das ein (manchmal sogar großer) Pluspunkt sein, bei einem Film, der sich selbst ernst nimmt, ist es ein großer Minuspunkt.
Das Ende war nicht schlecht, aber für mein Empfinden sterben zu viele der Kämpfer und zum Teil die falschen. Näher will ich das hier nicht erläutern, sonst müsste ich zu viel vom Ende verraten. Wer den Film kennt, wird sich wahrscheinlich sowieso denken können, wen ich meine.
Außerdem fand ich die Schauspieler gut, vor allem Sigourney Weaver und Pete Postlethwaite. Die Szenen mit Ripley und Clemens waren gut. Vor allem gegen Ende kommt doch noch Spannung auf, das ist auf jeden Fall ein weiterer Pluspunkt. Und: ich hab auch schon schlechtere Filme gesehen.
Wenn ich Plus- und Minuspunkte zusammenrechne, kommt aber am Ende (für mich) nur eine Bewertung mit 5 Punkten raus.
p. s. (5.9.2008): Alien 4 habe ich inzwischen auch gesehen, der bekommt von mir 7 Punkte, aber nur "außer Konkurrenz". Ich denke nämlich, dass er nicht als "echter" Alien-Film gedacht war, sondern mehr als Selbst-Parodie. Und als solche hat der Film für mich gut funktioniert. Gute Witze und ein paar meiner Meinung nach gut gemachte Action-Sequenzen. Wer aber nur "echte" Alien-Filme sehen will, für den dürfte Alien 3 die bessere Wahl sein.