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Ein drittes Mal ist Sigourney Weaver in der Rolle von Leutnant Ellen Ripley zu sehen, deren Raumgleiter auf einem Gefängnisplaneten landet. Nachdem sie zu Bewusstsein gelangt ist, merkt sie schließlich, dass ihre Begleiter allesamt tot sind und, dass ihre Anwesenheit auf dem Planeten unerwünscht ist, da sie als einzige Frau auf dem Planeten Unruhe unter den ausnahmslos männlichen Häftlingen verursacht und dann muss sie auch noch feststellen, dass ein Alien den Flug und die Bruchlandung überlebt hat und nun in der Gefängnisanlage sein Unwesen treibt.

Der dritte Teil und der dritte Regisseur. Nachdem Ridley Scotts "Alien" mit seinen düsteren Alptraumwelten und einer zum bersten gespannten Atmosphäre zum Kult avancierte und zu einem der besten Horrorfilme aller Zeiten aufstieg, überzeugte James Camerons "Aliens - Die Rückkehr" vor allem wegen der wohlwollend dosierten und enorm spannend inszenierten Action-Szenen. Damit musste David Fincher, der hier sein Debüt abgibt, aber zuvor bei Spielberg und Lucas gelernt hatte, zwangsläufig in große Fußstapfen treten, liefert aber einen ansehnlichen Film ab, der sich hinter seinen Vorgängern nicht unbedingt verstecken muss, auch wenn er sie nicht ganz erreicht.

Fincher gelingt es nicht ganz, eine derart düstere Atmosphäre aufzubauen, wie sie Ridley Scott beim ersten Teil noch kreieren konnte, zumal die Reihe beim dritten Teil die ersten kleineren Verschleißerscheinungen zeigt. Düster und bedrohlich ist das Geschehen mit dem bedrückenden Score und der düsteren Kulisse des Weltraumgefängnisses jedoch auf alle Fälle und damit unterhält "Alien 3" auch ziemlich gut. Die Atmosphäre nutzt Fincher aus, um einige gezielte Schockmomente zu platzieren und auch die zünden größtenteils. Auch ansonsten leistet Fincher, der später mit seinen Thrillern "Sieben", "Fight Club" und "Zodiac" zu einem der besten Regisseure Hollywoods aufstieg und erst dieses Jahr für "Der seltsame Fall des Benjamin Button" für den Oscar nominiert war, gute Arbeit und baut seinen Film auch narrativ sehr versiert auf, sodass dieser stetig an Spannung zunimmt und keinerlei dramaturgische Brüche aufweist.

Die Action-Sequenzen, die zwar in keinem Vergleich zu Camerons vorangegangener Zerstörungsorgie stehen, sind ebenfalls gut gelungen und auch tricktechnisch weitestgehend erfreulich gut inszeniert. Fincher dosiert die Action-Szenen darüber hinaus gut genug, um der düsteren Atmosphäre nicht zu schaden. Unterm Strich finden sich Scott- und Cameron-Fragmente in diesem dritten Teil der Reihe, aber die Mischung überzeugt durchaus und ist zudem eine erste, noch recht kleine Kostprobe von David Finchers Können.

Die Story bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie die Vorgänger. Auch bei diesem Teil ist der Plot recht minimalistisch geraten und überrascht nicht unbedingt durch unvorhersehbare Wendungen, ist aber gradlinig genug aufgebaut, um permanent an Fahrt aufzunehmen. Der ewige Kampf von Ellen Ripley und dem Alien steht ein weiteres Mal im Vordergrund und wird hier durchaus ein wenig vertieft. Wirklich gelungen an der Story ist aber hauptsächlich die Idee um den Gefängnisplaneten und die Insassen, die schließlich mit Ripley um ihr Überleben kämpfen müssen. Ein solides Grundgerüst ist die Story damit alles in allem schon.

Sigourney Weaver, die für den Vorgänger "Aliens", in dem sie Ellen Ripley bereits zum zweiten Mal verkörperte, für den Oscar nominiert war, glänzt erneut in ihrer Paraderolle und spielt die taffe Ripley extrem stark, wobei sie auch die Angst vor der außerirdischen Kreatur mit auf die Leinwand bringt. Die restlichen Darsteller glänzen nicht unbedingt mit Höchstleistungen, die an Weaver heranreichen würden, spielen aber routiniert, wobei vor allem der charismatische Pete Postlethwaite herausstricht.

Fazit:
Mit einer ausgewogenen Mischung aus gut inszenierten Action-Szenen und einer beklemmenden Atmosphäre unterhält "Alien 3" durchaus gelungen und nimmt permanent an Fahrt auf, auch wenn er nicht ganz an seine Vorgänger herankommt.

69%

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