Unter der Produktionsschmiede Brandywine (Walter Hill, David Giler und Grodon Carroll) ließ man den Neuling David Fincher (Sieben, The Game, Panic Room) an das zweite Sequel um die unheimlichen Wesen aus einer fremden Welt. Dafür machte man das mit Abstand höchste Budget locker. Mit 50 Millionen Dollar Produktionskosten, ist "Alien 3" mehr als doppelt so teuer, wie der Vorgänger, damals inszeniert von James Cameron. Auch waren weder Alienschöpfer H.R. Giger, noch Effektspezi Stan Winston mit an Bord, hier übernahm Tom Woodruff mit seiner Crew das Zepter für die schaurigen Alieneffekte. Die Produzenten David Giler und Walter Hill schrieben zusammen mit Larry Ferguson (The Presidio, Maximum Risk) das Drehbuch selbst. Dabei kam etwas heraus, womit der Zuschauer in keinster Weise gerechnet hat, somit erntete "Alien 3" nicht nur gute Kritiken. Zu düster, traurig und endzeitlich fanden ihn Viele, Fincher kreierte hier schon seinen eigenen Stil, dem er in seinen darauffolgenden Filmen auch treu blieb.
Ellen Ripley (Sigourney Weaver) war mit der kleinen Newt, dem Androiden Bishop (Lance Henriksen) und Corporal Hicks auf dem Weg zu Erde. Doch stattdessen erwacht sie auf dem Gefängnisplaneten "Fury 161". Die Rettungskapsel löste sich von der USS-Sulaco, wegen eines Kabelbrandes. Nur Ripley hat den Absturz überlebt. Sie freundet sich mit Mediziner Clemens (Charles Dance) an, doch von den anderen mitunter sehr religiösen Gefangenen um Dillon (Charles S. Dutton) ist sie nicht gerne gesehen. Deswegen ist ein Raumfrachter unterwegs, um Ripley abzuholen. Doch plötzlich geht das große Sterben los und Ripley ist sich ziemlich sicher, dass sich ein Alien in der Kolonie befindet.
"Alien 3" ist mit Abstand der düsterste Film der ganzen Reihe. "Fury 161" ist ein heruntergekommener Gefängnisplanet, Die Kolonie wird von zwei Aufsehern und einigen Gefangenen nur verwaltet. Das Wetter ist stets schlecht und in dem metallenen Bau fühlt man sich schnell unwohl. Da die Anlage mehrere Quadratkilometer groß ist, hat das Alien natürlich gute Karten, um unbemerkt die Mannschaft zu dezimieren. Auch den Score passt Elliot Goldenthal den traurigen Gegebenheiten an, er übernimmt keinerlei Melodien von den Vorgängern. Und trotz des hohen Budgets, ist nur wenig Prominenz gegeben. Doch hauptsache Sigourney Weaver (Copykill, Galaxy Quest), das Aushängeschild der ganzen Alie-Saga, schlüpft wieder in die Rolle der Kämpfernatur Ellen Ripley. Ihre Paraderolle verkörpert Weaver ein drittes Mal meisterlich. Doch auch Charles S. Dutton (Gothika, Mimic) ringt sich als religiöser Fanatiker und Anführer eine großartige Leistung ab, Charles Dance (Last Action Hero, In tödlicher Mission) hat leider nicht genügend Screentime, macht seine Sache aber auch gut. Lance Henriksen (Pumpkinhead, Harte Ziele) ergatterte diesmal nur eine kleine Nebenrolle. Die restlichen, etwas unbekannteren Mimen können auch überzeugen.
Nach sechs Jahren Abstinenz geht die Story genau dort weiter, wo sie aufgehört hat. Mit Newt und Hicks schickt man zwei sympathische Charaktere in den Tod und ein weiterer Schock sollte im Finale folgen. Die Story ist leicht an Ridley Scotts Original angelehnt. Man hat es hier wieder nur mit einem Alien zu tun, doch in der Kolonie befinden sich keinerlei Waffen, was die Spannung nochmal erhöht. So müssen sich Ripley und Co erst einen Plan zurechtlegen, der nicht immer gut funktioniert. Wie in den Vorgängern glänzt auch "Alien 3" mit sehr tiegründigen Charakteren, zumindest in der Special Edition. Bevor das Alien aus einem Hund, oder einer Kuh schlüpfen darf, beschäftigt sich auch Fincher eingehend mit den Hauptfiguren. So beginnt Ripley ein Verhältnis mit dem Gefängnismediziner Clemens, doch der Zuschauer sollte darauf vorbereitet sein, dass Fincher hier auch Personen in den Tod schickt, die einem ans Herz gewachsen sind.
Trotzdem bleibt die Story überschaubar, auch gierige Forscher, die das Alien zu ihren Zwecken missbrauchen wollen, werden in die Handlung mit eingebunden. Doch vorher will das Alien die Spezies Mensch auf "Fury 161" völlig ausrotten und dabei zieht man so blutig zu Felde, wie noch nie. Nicht nur der Bodycount ist bei "Alien 3" hoch, sondern man bekommt auch zu sehen, wie die Opfer in Nahaufnahme bearbeitet werden. Das Blut darf ordentlich suppen, doch einige Morde deutet Fincher bloß an. Um damals eine FSK 16 Freigabe zu erhalten, ist das Gezeigte oft grenzwertig. Wer das Ganze letztenendes überlebt, lässt sich wirklich nicht vorhersagen. Die Monstereffekte können sich auch heute noch sehen lassen, auch wenn hier zum ersten Mal einige Animationen zum Einsatz kamen. Trotzdem überwiegt die Handarbeit, daher sieht das Alien auch beim dritten Mal sehr gruselig aus. Wirklich gelungen sind auch die furiosen Kamerafahrten aus Sicht des Aliens.
Mit den beiden Vorgängern kann "Alien 3" nicht mithalten. Doch die düstere Kulisse und der bedrohliche Score sind eine Klasse für sich. Spannend ist das Ganze allemal, auch wenn auf richtige Actionszenen verzichtet werden muss. Die Alieneffekte sind auch ohne Winston und Giger gelungen, kleine Abstriche müssen wir bei der Story hinnehmen, desweiteren ist dieses Sequel ein bisschen zu traurig geraten, besonders das Ende wird Fans der Reihe zu sehr schocken, obwohl es gelungen ist.