Diane Keaton spielt die Mutter dreier Töchter, deren Nesthäkchen, gespielt von Mandy Moore, im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern Probleme dabei hat, einen Mann zu finden. Kurzerhand mischt sie sich in das Liebesleben ihrer Tochter ein und versucht den passenden Mann für sie zu finden, auch wenn sich diese sträubt.
Nun geht man(n) ja sowieso nicht gerade unbefangen und ohne Vorurteile an einen Film, der schon im deutschen Titel eindeutig erkennen lässt, welche Klientel er bedient. Aber sämtliche Erwartungen, oder eher Befürchtungen, die Frauen-Filme so mit sich bringen erfüllen sich im Fall "Von Frau zu Frau" leider voll und ganz.
Der Film schäumt vor Stereotypen, Klischees und Naivitäten förmlich über. Angefangen beim Kritikpunkt, dass die Charaktere unrealistisch sympathisch gestrickt sind und das Geschehen so nie auf eine emotional mitreißende Ebene gelangt, bis hin zum rührseligen Kitsch, der ab dem ersten Drittel am laufenden Band serviert wird, bietet "Von Frau zu Frau" so ziemlich alles auf, was ein Feel-Good-Movie zum Scheitern verurteilt. Der Plot ist definitiv zu dünn und dermaßen stereotyp, dass er kaum kalkulierbarer sein könnte, sodass man die Laufzeit nur schwerlich noch schlechter hätte ausfüllen können. Die Dialoge sind dabei enorm platt und naiv, womit der Film die letzte Möglichkeit, Dramatik zu erzeugen einbüßt und so bleibt unterm Strich ein vollkommen desolates, einfallsloses und kitschiges Handlungskonstrukt, das von vorn bis hinten nichts als Schwächen beinhaltet.
Dramatik und Spannung werden allein aufgrund der schwachen Story nicht einmal im Ansatz erzeugt, umso wichtiger wäre es gewesen, wenigstens beim Humor zu punkten, aber auch hier enttäuscht der Film von Matthias Lehman, der mit "40 Tage und 40 Nächte", "Lügen haben lange Beine" und "Hudson Hawk" zuvor mittelmäßige, aber nicht derart schwache Komödien abgeliefert hatte. Bis auf ein paar ganz nette Anflüge von Situationskomik, die den Film jedoch kaum noch beleben können und es keinesfalls schaffen, den Kitsch zu kaschieren, sind es einfach zu wenige Lacher die eingebaut werden, und damit ist der Film schlicht und einfach langweilig, zumal das Erzähltempo stellenweise zu niedrig gehalten wird, sodass sich "Von Frau zu Frau" vor allem zum Ende hin zu allem Überfluss auch noch unnötig und zäh in die Länge zieht. Eine wohlige, oder behagliche Atmosphäre, die eigentlich das absolute Minimum dessen ist, was man sich von Filmen des Genres erwarten kann, kommt durch die sympathischen Darsteller und die wohltuend ruhige Filmmusik, die aber auch nicht wirklich meisterhaft geworden ist, temporär zustande, reicht aber einfach nicht aus, um die gewaltigen Schwächen zu kompensieren.
Diane Keaton, die in ihren zahlreichen Tragikomödien, in denen sie unter der Regie von Woody Allen brillierte, man denke nur an "Der Stadtneurotiker" oder "Manhattan", eigentlich gelernt haben sollte, eine gute Tragi-Komödie von einer schlechten zu unterscheiden und diese Rolle eigentlich niemals hätte übernehmen dürfen, allein schon wegen ihres Rufs als eine der weltbesten Charakterdarstellerinnen, spielt ihre Rolle gewohnt souverän, aber nicht wirklich perfekt, da sie in ihrer Figur mit der redseligen und kontrollsüchtigen Art auf Dauer zu nerven beginnt. Mandy Moore, die in ihrer Rolle kaum sympathischer sein könnte, verkauft sich sogar noch ein wenig besser und ist hervorragend besetzt. Der restliche Cast ist ebenfalls mit liebenswerten Darstellern gespickt, die ihre Rollen reibungslos ausfüllen.
Fazit:
"Von Frau zu Frau" ist ein vollkommen einfallsloses, stereotypes und damit langweiliges Feel-Good-Movie, das weder mit Spannung und Dramatik, noch mit sonderlich vielen humoristischen Szenen zu unterhalten vermag und einzig und allein von den sympathischen Darstellern vorm vollkommenen Desaster bewahrt wird. Mit seiner kitschigen, naiven Machart allerhöchstens für "Traumschiff"-Fans empfehlenswert.
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