kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 03.08.2013
Chuck Norris glänzt in seinem Teamactioner nach einem recht furiosen Einstieg mit typischen 80er-Posen zunächst mal mit steter Abwesenheit, während sich am Himmel ein durchaus spannendes Stirb-Langsam-Szenario bildet, nur eben ohne rettenden Helden: Wundert man sich anfangs noch, dass Norris nicht als "zufälliger Passagier" mit an Bord ist, fängt man bald an zu hoffen, dass er sich durch ein gewagtes Flugzeug-an-Flugzeug-Manöver doch noch irgendwie an Bord manövriert, um dem herrlich fiesen Robert Forster den Garaus zu machen. Nichts dergleichen geschieht, Norris bleibt am Boden und badet in Desinteresse.
Aber auch ohne ihn macht die Flugzeugentführung einen Heidenspaß. Wohl nie hat man in einem Flugzeug so viele Menschen so stark schwitzen sehen. Allerdings blamiert sich die Dialogschreiberabteilung mit ein paar wirklich peinlichen Parallelzügen, bei denen sich ungeniert in allen Phasen der Kriegsgeschichte bedient wird, um der Situation vor Ort noch mehr Bedeutung zu verleihen.
Zur Mitte kippt der Film dann und rechtfertigt seine - für einen Actioner - beachtliche Überlänge, als das geliefert wird, was man von einem Film mit dem Namen "Delta Force" tatsächlich erwartet: Team Action und Bombardement, eine einzige Pyrogaudi. Es scheint, als habe der Bart nur darauf gewartet, um endlich seinen Hintern aufzuraffen, als sei der Suspense einer Flugzeugentführung eines Chuck nicht würdig. Und die reaktionäre Art und Weise, wie Chuck letztlich mit seinen Gegnern umgeht, würde der ganzen "Han Solo hat zuerst geschossen" Debatte die Schamesröte ins Gesicht treiben.
Unter dem Strich ein ideologisch fragwürdiger, aber in beiden Hälften unterhaltsamer und strukturell durchaus komplexer Alte-Schule-Actioner, der bloß einige Längen im Mittelteil zu verbuchen hat.
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