Review

Danny Boyle scheint in allen Metiers heimisch zu sein, von Drogengroteske, über leichte Liebeskomödie, über Zombiefilm bis hin zum Kinderfilm. Niemals scheint sein Schaffen schlecht zu sein.
Und immer gibt es überschwengliche Anhänger.

Zweifelsohne beweist Mr Boyle auch hier, dass er nicht nur ein vielseitiger sondern auch guter Regisseur ist, der genau weiß, wie man eine groß angelegte Story visuell entsprechend ansprechend umsetzen kann.
Es gibt Szenen und Bilder, die lassen einem die Spucke wegbleiben.
Auch sind die Vergleiche mit anderen Maßstab setzenden Science-Fiction-Filmen aus good old britain zwar teiweise weit hergeholt, dann andererseits auch gut nachvollziehbar, denn dieser Film ist irgendwo zwischen 2001 und Event Horizon angesiedelt, anfangs mehr in Richtung 2001 tendierend, aber je länger der Film dauert immer stärker an so einen popeligen Slasher Film im All erinnernd.
Selbst wenn man die Story so beibehalten würde, hätte man mehr daraus machen können, da hier plötzlich sehr vieles nur noch verzerrt erscheint und das Folgen der Handlung und den Bildern zusehends schwerer fällt.

Dabei ist der gesamte Film bis auf die letzten 20 Minuten derart elegisch und episch aufgebaut, das es eine wahre Pracht ist, sich dem langatmigen Nichts an Handlung mit visueller Überlegenheit hinzugeben. Hier wird zwar niemals die Klasse eines 2001 erreicht, aber nichtsdestotrotz ist es schön athmosphärisch und nett gemacht.

Als man dann aber Ikarus 1 erreicht hat und der Film vermeintlich anfängt abzugehen wie Schmittz'sKatze, ist das Abgehen eher ein dünner Streifen Dünnschiss.
Was dann besonders schade ist, da Sunshine wirklich großes Potential hatte, nur um am Ende nur allzu konservativ in einen Actioner auszuarten.
So bleibt ein anfangs visuell beeindruckender Film übrig, der schließlich umso mehr enttäuscht und verärgert, weil er auf die billige Schiene abrutscht.

Möglicherweise hat man sich damals auch über 2001 so geärgert wie ich mich über diesen Film, weil er damals (wie auch heute) mit einem philosphisch anmutenden schwer verständlichen (wenn überhaupt) Ende aufwartete.
Aber Sunshine ist leider eine andere Art der Enttäuschung "gelungen": Es ist nämlich eher eine Täuschung ....

Ich würde ihm gerne weitaus weniger geben, aber wegen des guten ersten anfänglichen Eindrucks rutscht er dann doch nicht ins Nirgendwo eines Drecksfilms ab: gerade noch 6 Punkte

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