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Stell Dir vor, die Sonne erlischt langsam, die Erde kühlt ab und die Menschheit hat noch 50 Jahre zu (über)leben - und man schickt DICH in einem Raumschiff namens Ikarus 2 los, die olle Kugel wieder anzuzünden...Schottlands Kult-Regisseur Danny Boyle (Trainspotting, 28 Days Later) gelingt es in Sunshine wirklich, diese Welt- oder besser Sonnenuntergangsstimmung einzufangen, das Fatale der Aktion im Inneren des Raumschiffs, aber vor allem im Innern der 8 Menschen an Bord ans Licht zu holen. Sich darüber bewusst zu sein, dass alles Leben von einem abhängt, löst bei dem Einen Angst aus, der Andere findet darin jedoch seinen inneren Frieden.

Natürlich geht was schief, natürlich wird es ungemütlich heiss für einige, und ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass es Opfer gibt - freiwillige und unfreiwillige. Die visuellen Effekte sind beeindruckend, das Raumschiff mit seinem riesigen Hitzeschild, Kurs auf die glühende Sonne, das Ur-"Holodeck" zur Entspannung, die Weltraum-Sequenzen und das furioses Finale.

Der Film erinnert an vielerlei Genre-Vertreter, weniger an Armageddon oder Deep Impact, eher an Aliens und vor allem Mission to Mars. Und als man dann auch noch die vor der Sonne treibende Ikarus 1 entdeckt...liebe Grüße von der Cygnus (Das Schwarze Loch) und der Event Horizon (Event Horizon).

Der Film ist spannend, auch wenn man das Ende ahnt, er ist beklemmend und ermutigend, und auch wenn er die Menschheit auf 8 Menschen reduziert, spürt man unbewußt, wie noch weitere 4 Milliarden Zuschauer mitfiebern. Und eine beiläufige Bemerkung, man habe schließlich sämtliches spaltbare Material der Erde dabei, um die Sonne wieder zu entzünden, macht Dir plötzlich bewusst, dass es ruhiger geworden sein muss auf der Welt. Alle Atombomben in die Sonne schießen - genau das!

Komischerweise fiel mir erst im Nachhinein die Ironie der Namenswahl für das Raumschiff auf...

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